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Tierschutz in Italien – Hundehilfe Toskana e.V. und wie Jagdhündin Ella von unserer Gründerin Stefanie Diem adoptiert wurde

Die Hundehilfe Toskana e.V. hat sich auf die Rettung und Vermittlung von Jagdhunden spezialisiert. Dank Spendengeldern kann der Verein die italienischen Tierschützer:innen vor Ort unterstützen und so viele Hunde vor dem sicheren Tod bewahren. Durch die Hilfe vieler freiwilliger Helfer:innen werden die Hunde zu Pflegefamilien vermittelt, wo ein besseres Leben auf sie wartet. So ging es auch der kleinen Ella, die seit August 2022 bei unserer Gründerin Stefanie Diem und ihrer Familie lebt.
Jagdhund
Inhalt

Warum Tierschutz in Italien?

Viele Menschen fragen immer: „Warum sollte ich den Tierschutz in Italien unterstützen? Ich habe da noch nie einen Straßenhund gesehen.“ In Italien ist das Leiden der Hunde nicht so offensichtlich, wie es das in anderen Ländern ist. Insbesondere Jagdhunde werden in Italien oftmals sehr schlecht behandelt. Hunde sind in den Augen vieler toskanischer Jäger weder Familenmitglied noch Arbeitspartner, sondern ein Gebrauchsgegenstand. Sie dürfen nicht im warmen Haus leben, mit Bindung zu ihren Menschen, sondern werden in viel zu kleinen, überfüllten, verdreckten und teilweise komplett dunklen Verschlägen gehalten – und das ein Leben lang. Dabei sind sie der Witterung schutzlos ausgeliefert und werden nur notdürftig mit Futter und Wasser versorgt. Diese Verschläge verlassen die Hunde nur, wenn es zur Jagd geht. Denn nur ein hungriger Jagdhund macht seinen Job gut – so die Devise. Sind die Hunde jagduntauglich, zu alt oder krank, werden sie ausgemustert, was für die meisten der Hunde den sicheren Tod bedeutet. Wenn ein Hund bei der Jagd verloren geht und in einem staatlichen Tierheim landet, bedeutet dies jedoch oft keine Rettung. In Italien erhalten Tierheime (ital. Canile) beziehungsweise die betreibenden Gemeinden pro Tier eine Prämie, die zur Versorgung des Tieres gedacht ist. Was in der Theorie gut klingt, führt in der Praxis allerdings häufig dazu, dass Tiere nicht vermittelt werden oder die Prämien in andere Kanäle fließen.

Wie hilft der Verein „Hundehilfe Toskana e.V.”?

Die Hundehilfe Toskana e.V. hat sich auf die Rettung und Vermittlung von Jagdhunden spezialisiert. Dank Spendengelder kann der Verein die italienischen Tierschützer:innen vor Ort finanziell und mit Sachspenden unterstützen und so viele Hunde vor dem sicheren Tod bewahren. Mit Hilfe vieler freiwilliger Helfer:innen werden die Hunde zu Pflegefamilien nach Deutschland vermittelt, wo ein besseres Leben auf sie wartet. So ging es auch der kleinen Ella, die seit einigen Monaten bei unserer Gründerin Stefanie Diem und ihrer Familie lebt.

Stefanie Diem erzählt, wie alles begann …

Es war einer jener Tage, die erst unaufgeregt beginnen und im Rückblick das Leben nachhaltig verändern. Es war ein schöner August. Ellen, unsere Marketingleiterin, war in der Toskana im Urlaub. Sie reist öfter in die Toskana und arbeitet dort schon seit Jahren ehrenamtlich für den Verein Hundehilfe Toskana e.V. Nun hatte ich also Ellen am Telefon, die erzählte, dass sie Ella gefunden und notoperiert hätten. Die kleine Maus sei eine echte Kämpferin. Keiner hatte daran geglaubt, dass sie es schaffen würde. Von einem Wildschwein die Seite aufgeschlitzt, die Lunge hing schon raus, habe sich die beherzte Tierärztin an die Not-OP gewagt. Nun sollte sie so schnell wie möglich in eine Pflegefamilie.

Wir waren spontan bereit, uns als Pflegefamilie zu versuchen. Ella kam mit Ellen im Auto spät am Abend an. Ella hat uns alle vom ersten Moment an verzaubert und unser Leben auf den Kopf gestellt. Wir sind krachend als Pflegefamilie gescheitert. Ihre Flashbacks, in denen sie plötzlich aufschreit, werden immer weniger. Was muss sie erlebt haben…

Gedanken über die Problematik der Jagdhunde in Italien

Ich liebe Italien. Gerade die Toskana. Meine Tante lebte über 30 Jahre in der Nähe von Lucca. Ich liebe die Herzlichkeit der Menschen, den Geruch der Pinien, das Licht am Abend, das Essen und den guten Wein und die Gastfreundschaft. Um so mehr schockiert mich der Umgang mit Tieren. Pferde, die in engen Verschlägen gehalten werden. Kühe, die kein Sonnenlicht sehen und dann die Geschichte der Jagdhunde. Auch ich war zunächst irritiert, dass so viele Hunde ein schreckliches Schicksal erleiden. Missbraucht, gequält, einsam hungernd oder schlicht vergessen. Tatsächlich wünscht man sich eher einen Hund als Straßenhund als unter diesen Umständen gehalten. Und in Italien sieht man sie nicht. Sie sind in Verschlägen hinter den Häusern. Lost souls – unsichtbar für den glücklichen Touristen. 

Nun haben die Jäger in Italien eine starke Lobby. Die Rechte für Jäger dort sind sehr groß. Auch in den Veterinärämtern sitzen viele Jäger. Und das Verständnis für die Grundbedürfnisse dieser Hunde ist gering bis nicht vorhanden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die unzumutbaren Verhältnisse also gemeldet und geahndet werden, sind sehr gering. 

Und dann gibt es also die stillen Helden und Heldinnen wie Chiara, die um jede Seele kämpft. Die Spenden sammelt, die Jäger überzeugt, die ausgemusterten Hunde nicht zu töten, sondern ihnen eine Chance auf Vermittlung zu geben. Manchmal kommen sie zu spät. Dann ist der Hund schon getötet worden oder hat sich schlicht selbst aufgegeben. 

Vor zwei Tagen ist Chiara in der Nacht rausgefahren und hat allen Hunden Mäntel angezogen. Eine unvorstellbare Situation für die Jäger. Sollen sie doch frieren, ohne Dach über dem Kopf, in zu engen Verschlägen, Wind und Wetter ausgesetzt. Sie versucht, alle zu füttern, zu versorgen, manchmal etwas Zeit für Streicheleinheiten zu geben. Und sie kämpft unermüdlich gegen die Windmühlen der Bürokratie. 

Ich gebe offen zu, dass ich mit den Tränen kämpfe, wenn ich wieder von einzelnen Schicksalen höre. Am meisten verwundert mich, dass Hunde, die zehn oder mehr Jahre unter grausamsten Bedingung gelebt haben, immer noch liebevoll sind. Dankbar und den Menschen zugewandt. 

LILA hilft

Chiara schreibt, wie dankbar sie besonders für die Unterstützung aus Deutschland ist. Nur mit unserer Hilfe kann sie Hunde vermitteln. Kann für Verständnis sorgen und Aufmerksamkeit erzeugen. Und dennoch muss sie vorsichtig agieren, diplomatisch, sonst machen die Jäger gar keine Deals mehr. 

Aus Dankbarkeit für unsere Ella haben wir uns entschieden, dieses Jahr einen Teil der Erlöse aus dem Black Friday an eben jene Organisation zu spenden. Und wir wollen noch ein wenig mehr: Nämlich, den geschundenen Hunden in Italien unsere Reichweite und somit eine Chance auf ein zweites Leben schenken. Deswegen haben wir beschlossen, ab sofort jeden ersten Donnerstag im Monat eine der treuen Seelen vorzustellen, die in Italien auf Ihre zweite Chance im Leben warten. In der Hoffnung, dass die ein wundervolles neues Heim finden.

Donnerstag ist bei LILA LOVES IT also nicht „Kinotag” sondern „A Loving Home for Dogs Day”.