SKILLS BY LILA – Unsere neue Trainings-Serie mit Kristina von Wir Schlawiner

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Wir bei LILA LOVES IT haben ein paar ganz nette Kompetenzen: primär ist es das Herstellen hochwertiger, nachhaltiger und vor allem richtig gesunder Pflege- und Futterprodukte für den Hund. Und obwohl wir alle liebende Hundebesitzer sind, liegt unsere Kompetenz ganz klar nicht in der Erziehung unserer Vierbeiner – das zeigt sich vor allem jeden Tag wenn DHL uns mit einem Besuch beehrt. Nur das Klicken unserer Office-Tür ist für unsere Penny Trigger genug, um den Auftakt eines lauten Bell-Konzertes einzustimmen. Und dann geht’s los. Lotti, Emmy, Oreo – alle singen mit. Und wer glaubt, dass wir das in irgendeiner Form von vornherein unterbinden können, hat sich getäuscht. Wir sind also ganz ehrlich – Hundeerziehung ist nicht unsere Kompetenz und so haben wir uns dazu entschieden zum Einen diese Kompetenz außerhalb von Greifenberg am Ammersee zu suchen und zum anderen diese Kompetenz mit unserer Community zu teilen. Wir sind uns nämlich sicher, dass wir nicht alleine mit unserer viel zu großen Liebe und unserem viel zu wenig Wissen, zum Thema Hundeerziehung, sind. 

Als Partner im Thema „Hundeerziehung“ kommt uns aber nicht jeder ins Haus – und so sind wir ziemlich schnell auf Kristina von Wir Schlawiner aus München gestoßen. Kristina berät uns schon seit einiger Zeit – vor allem diejenigen Kollegen mit Kandidaten, die mit anderen Hunden etwas anstrengend sind. Ihre Kompetenz, aber vor allem auch ihre sympathische Art und das Ziel nicht mit Druck und Unmut trainieren zu wollen, sondern immer positiv an die Sachen ranzugehen, hat uns auf jedenfall direkt überzeugt. Heute möchten wir Kristina selbst die Chance geben, sich vorzustellen. In den kommenden Wochen werden wir dann über einzelne Themen berichten – Themen, die unsere Community via Instagram vorgeben kann. 

Nun geben wir aber das Wort an Kristina – viel Spaß beim Lesen!

Mein Name ist Kristina und ich lebe in München/Maxvorstadt. 2012 habe ich meine Leidenschaft Hund zu meinem Beruf gemacht.

Das Ganze begann mit einem ganz großartigen 7 Jahre alten Dalmatinerrüden aus dem Münchner Tierheim, den mein Freund adoptiert hat. Der Anton war ein Superhund (wir mussten ihn leider im Januar 2020 altersbedingt gehen lassen), aber seine jagdlichen Ambitionen brachten uns doch etwas an die Grenzen. Ich beschloss, nicht nur als Kundin eine Hundeschule zu besuchen, sondern tiefer in die Materie einzutauchen. Daher habe ich eine Ausbildung zur Hundetrainerin gemacht – eigentlich völlig ohne Zukunftspläne in diese Richtung, sondern aus reinem Interesse.

Aber was soll ich sagen?! Hunde sind einfach toll und ich musste dranbleiben! Mein Ausbildungsbetrieb hat mich damals übernommen und ich bin nach einigen Wochen auch in Vollzeit eingestiegen. Hier lag mein Hauptbereich bei der Welpen- und Junghundeerziehung. Nebenbei habe ich mich zum Glück sehr fleißig weitergebildet, was mir auch heute noch enorm wichtig ist. Gerade in den letzten 10, 15 Jahren gibt es so viele neue Erkenntnisse. Es ist extrem spannend und ich liebe den Austausch mit anderen positiv arbeitenden Trainer*innen.

2014 zog dann eine kleine, sehr aufgeweckte Terrierdame (Mali) bei uns ein, die in ihrem Zuhause nicht mehr erwünscht war und in ersten Lebenswochen schon viele negative Erlebnisse sammeln musste.

Meine beiden Hunde haben mich sehr viel gelehrt, wofür ich unendlich dankbar bin. Aber gerade mit der Mali bin ich wirklich durch Täler gegangen, weil ich einfach aus Unwissenheit und falscher Beratung am Anfang so vieles falsch gemacht habe. Aber Mali hat mich weiter getrieben, auf der Suche nach unserem passenden Weg. Und niemals hätte ich so viel in so kurzer Zeit gelernt, wie mit dieser kleinen struppigen Herausforderung.

 

2018 war ich dann soweit endlich mit meinem gesammelten Wissen meinen eigenen Weg zu gehen und ich habe mich mit „Wir Schlawiner“ selbstständig gemacht. Bei uns ist der Name absolut Programm! Hunde sollen und müssen ideenreich bleiben dürfen und auch mal „Unsinn“ ausleben dürfen. Dass dabei Dritten nicht negativ beeinträchtigt werden sollen, versteht sich hoffentlich von selbst.

Der Hauptaugenmerk liegt auf einem Hund, der sich möglichst entspannt in seinem individuellen Alltag bewegen kann. Das Wichtigste sind hierbei in meinen Augen wissende Hundehalter*innen. Ich trainiere in der Regel keine Hunde, sondern kläre den Menschen auf, ihren Hund richtig einschätzen und wahrnehmen zu können und gegebenenfalls rechtzeitig Hilfestellung geben zu können. Diese Hilfestellungen sollten natürlich bestenfalls entspannt vorab trainiert werden, damit die „Handgriffe“ dann sitzen, wenn sie nötig sind.

Mensch und Hund sollten immer ein Team bilden – ganz besonders in den Situationen, die (noch) nicht reibungslos klappen!

Ich achte hier vor allem auf einen fairen und wertschätzenden Umgang mit dem Hund, denn „leise Signale“ der Hunde werden leider sehr oft überlaufen – bis es laut wird. Aber natürlich ist mir auch ein netter Umgang mit meinen Kund*innen wichtig. Die Zeit mit dem Hund soll doch in erster Linie Spaß machen und Motivation ist sowohl beim Zwei- als auch beim Vierbeiner deutlich angenehmer als Druck.

 

Kristina 1

Bereits vor Corona habe ich bei den Hundebegegnungskursen dual über Live- und Onlinetraining gearbeitet. Mit Corona kam dann der Lockdown und ich musste mein komplettes Training auf online umstellen und habe die Vorteile noch mehr zu schätzen gelernt. Und es wird immer ein großer Bereich bleiben. Hier kann sich der Mensch einfach ganz in Ruhe auf die Theorie konzentrieren und alle Übungen und Aufgaben in seinem Tempo zeitlich völlig flexibel umsetzen. Dennoch kann ich eben immer Feedback geben und alles betreuen.

Was ich aber mit der Pandemie und zum Teil auch vorher schon gemerkt habe, ist die Enge besonders im Ballungsgebiet, die Hunde und auch Halter*innen immer mehr fordert. Mehr Hunde, mehr Menschen, mehr Jogger, mehr Fahrradfahrer, mehr Müll am Boden, kurz mehr Reize in jeglicher Form – das ist wirklich sehr anspruchsvoll. Und dann noch die unterschiedlichen Meinungen und Erziehungsmethoden, die in den Parks aufeinanderprallen… Dabei greifen die wissenschaftlichen Lerntheorien bei jedem Hund – egal welcher Rasse. 😉 Auch hier zeichnet es sich immer wieder ab, dass wissende Hundehalter*innen sich weniger schnell verunsichern lassen.

Das Leben mit Hund sollte nicht aus permanentem Training bestehen, aber es ist natürlich voll mit unvorhersehbaren Situationen, die ich mit ihm meistern muss. Denn spätestens wenn ich mich mit meinem Hund aus den eigenen vier Wänden bewege muss ich mich mit Situationen auseinandersetzen, die ich nur zum Teil beeinflussen kann.

Aber das macht das Leben natürlich auch immer spannend.

Schlussendlich kann ich nur sagen: Wenn wir Menschen wieder lernen hinzuschauen und unserem Hund zuzuhören und ihn gegebenenfalls rechtzeitig unterstützen, können viele Konflikte vermieden werden.

Dennoch darfst du deinen Hund natürlich fördern, damit er in seinem Tempo lernen darf mit dir an seiner Seite über sich hinaus zu wachsen! Hunde sind toll.

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Alexandra Clemm

August 27, 2021