Zeckenbiss beim Hund: So verhalten Sie sich richtig

So sehr wir alle unsere Hunde lieben, so sehr könnten uns Zecken gestohlen bleiben. Denn die kleinen Parasiten nerven nicht nur: Zeckenbisse können auch zur ernsthaften Gefahr für unsere Hunde werden! Erfahren Sie hier, wie Sie sich bei Zeckenbissen verhalten sollten, wie Sie Zecken korrekt entfernen und wie Sie Zeckenbissen vorbeugen können.

Wie kommt es zu Zeckenbissen?

Welcher Hund bleibt – wenn er nicht gerade an der Leine ist – bei Spaziergängen brav auf den befestigten Wegen? Richtig: kaum einer. Die meisten Vierbeiner lieben es durch hohe Wiesen zu rennen, durchs Gebüsch zu streifen und Wälder zu erkunden. Schließlich gibt es überall so viel zu entdecken!

Das Problem ist: genau dort lauern auch Zecken. Waldränder und -lichtungen, Gebüsche und hohe Gräser an Wegrändern sind für die kleinen Blutsauger perfekt geeignet, um mögliche Wirte abzupassen. Zecken sind also nicht nur auf dem Land ein Problem – auch in Stadtparks sind Hunde nicht sicher vor den Parasiten.

Dabei klammern sich die Zecken beispielsweise an Grashalme und warten dort geduldig, bis eine leckere „Mahlzeit“ vorbeikommt. Erkennen sie mit ihren sensiblen Sinnesorganen, dass sich ein Tier (oder ein Mensch) nähert, begeben sie sich in eine Lauerposition – und halten sich sofort an ihrem Opfer fest, wenn dieses ihren Aufenthaltsort streift.

Auf dem Hund angekommen, sucht sich die Zecke einen guten Platz, sticht zu und beginnt, das Blut ihres Wirtes zu saugen. Dabei wird sie immer größer und dicker – die kleinen Parasiten können so das 200-fache ihres Gewichts zulegen!

Besonders häufig finden sich Zecken bei Hunden im Kopfbereich – aber auch am restlichen Körper und sogar in den Zehenzwischenräumen fühlen sie sich wohl.

Wussten Sie schon, dass der Begriff „Zeckenbiss“ eigentlich falsch ist? Tatsächlich müsste es Zeckenstich heißen. Der kleine Parasit ritzt nämlich zunächst die Haut des Hundes mit seinen scharfkantigen Mundwerkzeugen auf und versenkt dann seinen Stechrüssel im Gewebe – er „sticht“ also sozusagen zu.

Welche Folgen können Zeckenbisse bei Hunden haben?

Zeckenbisse können zunächst einmal unangenehm sein und zu einer schmerzhaften lokalen Entzündung und zu Juckreiz führen.

Das eigentliche Problem bei Zecken ist aber ein anderes: Beim Blutsaugen können sie nämlich gefährliche Krankheiten übertragen.

Bei einem Zeckenbiss nehmen die Parasiten nicht nur Blut auf – sie geben auch ein wenig ihres Speichels in den Körper des Hundes ab. So verhindern sie beispielsweise durch die Abgabe bestimmter gerinnungshemmender Stoffe, dass sich die von ihnen geschaffene kleine Wunde direkt wieder schließt – die brauchen sie schließlich noch, um Blut zu saugen.

Im Speichel können aber auch gefährliche Infektionserreger wie Viren und Bakterien enthalten sein. In diesem Fall werden diese beim Blutsaugen auf den Hund übertragen und können dort zu teilweise sehr schweren Krankheiten führen.

Dabei gilt: Je länger eine Zecke anhaftet und das Blut ihres Wirtes saugt, desto größer ist das Risiko, dass dabei Krankheitserreger übertragen werden.

Von einigen dieser so vermittelten Krankheiten hat bestimmt jeder Hundebesitzer schon mal gehört – z.B. von der Borreliose. Bekannt ist diese Erkrankung für die schweren Gelenkentzündungen, die sie bei manchen Hunden verursachen kann. Aber auch Nierenentzündungen und Herzprobleme sind als Folge möglich.

Es gibt aber auch noch viele weitere, weniger bekannte Krankheiten, die von Zecken übertragen werden können. So können bei Zeckenbissen zum Beispiel sogenannte Babesien auf Hunde übertragen werden. Diese Bakterien befallen die roten Blutkörperchen und führen zu deren Zerstörung. Als Folge kann es zu Blutarmut, Gelbsucht, blutigem Urin und sogar zu Multiorganversagen kommen.

Vor allem im Ausland (z.B. in der Mittelmeerregion) sind Hunde besonders gefährdet, sich mit solchen weniger bekannten Erregern zu infizieren. Beunruhigender Weise wurden inzwischen aber auch in Deutschland, Österreich und in der Schweiz mit den Krankheitserregern befallene Zecken entdeckt.

Achtung: Auch Sie als Hundehalter sind natürlich nicht vor Zeckenbissen geschützt – und auch auf uns Menschen können die Parasiten gefährliche Krankheiten übertragen, z.B. Borreliose und FSME. Vergessen Sie also nicht, auch sich selbst vor Zecken zu schützen und nach dem Spaziergang auf die kleinen Parasiten zu kontrollieren.

Zecken entfernen bei Hunden – so geht’s richtig!

Sie sehen also: es ist wichtig, den Hund vor Zeckenbissen so gut wie möglich zu schützen (dazu gleich mehr). Auch bei der besten Vorsorge kann allerdings nicht zu 100% ausgeschlossen werden, dass sich doch mal eine Zecke auf den Hund verirrt.

Selbst wenn Sie Ihren Hund mit einem Mittel gegen Zecken behandeln, sollten Sie ihn also trotzdem jeden Abend auf die kleinen Plagegeister kontrollieren. Idealerweise sind Sie sogar bei Spaziergängen immer mit einem Werkzeug zum Zeckenentfernen ausgerüstet. Dann können Sie die Zecke im Falle eines Falles sofort entfernen. Denn – wie schon erwähnt – steigt das Risiko, dass Krankheiten übertragen werden, mit jeder Stunde, in der die Parasiten Blut saugen.

Kontrollieren Sie bei Ihrem Hund den ganzen Körper auf Zecken – auch Stellen, die schwer zugänglich sind, wie z.B. die Zehenzwischenräume oder die Achseln. Falls Sie dabei herumlaufende Exemplare entdecken, sollten Sie diese unbedingt absammeln. Zecken, die bereits zugestochen haben, sollten Sie entfernen. Und so geht’s:

Anleitung zum Zecken entfernen bei Hunden

  • Um Zecken zu entfernen, können Sie eine spitze, vorne abgerundete Pinzette, einen speziellen Zeckenhaken oder eine Zeckenkarte verwenden.
  • Wenn Sie die Zecke genau betrachten, können Sie sehen, dass sie – grob vereinfacht – aus zwei Teilen besteht: dem winzigen Kopf mit den Mundwerkzeugen und dem großen Körper. Idealerweise sollten Sie den Parasiten beim Entfernen so weit wie möglich am Kopf greifen und den Körper dabei nicht quetschen. So sinkt einerseits das Risiko, dass der Kopf beim Entfernen der Zecke in der Haut des Hundes steckenbleibt und andererseits, dass der Blutsauger durch das Quetschen besonders viel gefährliche Flüssigkeiten in den Körper des Hundes abgibt.
  • Falls Sie einen Zeckenhaken oder eine Zeckenkarte verwenden: Schieben Sie den Haken bzw. die Karte flach auf der Haut des Hundes an den Parasiten heran. Führen Sie die Zecke dann von seitlich kommend in den „Schlitz“ des Werkzeugs ein. Falls Sie eine Pinzette verwenden, greifen Sie den kleinen Blutsauger möglichst hautnah, ohne den Körper zu quetschen.
  • Ziehen Sie die Zecke nun vorsichtig und langsam senkrecht zur Haut des Hundes nach oben. Bleiben Sie hierbei geduldig. Es kann einige Zeit dauern, bis der kleine Plagegeist loslässt. Die goldenen Regeln beim Zecken entfernen lauten: hautnah, kontrolliert und langsam.

Die entfernte Zecke töten Sie am besten, indem Sie sie entweder zwischen zwei Lagen Papier oder Papiertaschentuch zerquetschen (z.B. mit einem Glas) oder in mind. 40%igen Alkohol legen. So sterben die Parasiten sicher, ohne dass Sie dabei in Kontakt mit den möglicherweise infektiösen Körperflüssigkeiten der Zecke kommen.

Den Zeckenbiss können Sie nach dem Entfernen des Blutsaugers z.B. mit einem Desinfektionsmittel oder Alkohol desinfizieren. Eine Behandlung mit unserem Silberspray kann ebenfalls dabei helfen, die gereizte Haut zu beruhigen.

Zecken entfernen beim Hund: Das sollten Sie nicht tun

Auch wenn die Grundregel lautet: „Hauptsache die Zecke ist draußen“, gibt es doch einige Punkte, die Sie beim Zecken entfernen unbedingt vermeiden sollten:

  • Es kursieren einige Gerüchte, dass man Alkohol, Öl, Nagellackentferner, Benzin oder ähnliche Flüssigkeiten auf die Zecken geben soll. Angeblich sollen sie sich so leichter entfernen lassen. Das stimmt allerdings nicht – und ist im Gegenteil sogar gefährlich: im Todeskampf kann es passieren, dass der Parasit noch mehr Körperflüssigkeiten in den Hund abgibt (die Zecke „erbricht“ sich sozusagen in den Hund). Dadurch steigt das Risiko der Übertragung von Krankheitserregern. Das gleiche gilt übrigens auch für abenteuerliche Tipps, die glühende Streichholzköpfe beinhalten – mal ganz von der Verletzungsgefahr für den Hund abgesehen…
  • Wie schon erwähnt: Entfernen Sie die Zecke langsam und kontrolliert. Versuchen Sie nicht, sie mit einem „kräftigen Ruck“ herauszuziehen. Vermeiden Sie außerdem, den Körper des Blutsaugers zu quetschen.
  • Drehen Sie die Zecke zum Entfernen nicht. Ein geflügeltes Wort lautet hier tatsächlich „Zecken haben kein Gewinde“ – was könnten wir dem noch hinzufügen?

Hilfe! Zeckenkopf steckengeblieben beim Hund

So sehr man sich auch bemüht – irgendwann wird es wohl jedem Hundebesitzer mal passieren, dass der Stechapparat oder der ganze Kopf der Zecke im Hund steckenbleibt. Aber keine Panik: in aller Regel ist das nicht schlimm.

Der kleine Fremdkörper wird vom Körper i.d.R. von alleine abgestoßen – wie er das zum Beispiel auch mit einem Holzsplitter unter der Haut machen würde.

Kontrollieren Sie die Stelle des Zeckenbisses am besten regelmäßig auf Entzündungsanzeichen (Rötung, Schwellung, Schmerz, Wärme) und lassen Sie sonst den Körper des Hundes den Rest erledigen. Versuchen Sie nicht, den Zeckenrest „herauszupulen“.

Zeckenbiss beim Hund entzündet (Schwellung, Rötung) – was jetzt?

Bei manchen Hunden kommt es als Reaktion auf den Zeckenbiss zu einer leichten Schwellung. Diese kann mehrere Wochen anhalten und ist erst mal kein Grund zur Sorge. Kontrollieren Sie die Stelle einfach regelmäßig und drücken oder kratzen Sie nicht dran rum.

Wenn Sie allerdings feststellen, dass der Zeckenbiss richtig entzündet ist (sie erkennen das daran, dass er gerötet, geschwollen und wärmer als die sonstige Haut ist und dem Hund die Berührung unangenehm bzw. schmerzhaft ist, vielleicht juckt die Stelle auch), sollten Sie handeln. Vermutlich haben Bakterien (oder auch Hefepilze) die Hautwunde infiziert.

Ist der Zeckenbiss nur leicht entzündet, können Sie erst mal versuchen, die Situation durch desinfizierende bzw. antibakterielle Sprays oder Salben in den Griff zu kriegen. Falls sich die Entzündung dadurch nicht bessert oder sogar verschlimmert, sollten Sie aber auf jeden Fall einen Tierarzt aufsuchen. Auch wenn die Entzündung sehr stark bzw. ausgebreitet ist oder der Hund weitere, allgemeine Symptome, wie Fieber, Schlappheit oder Appetitlosigkeit zeigt, sollten Sie nicht abwarten.

Das gleiche gilt, wenn sich ein heller roter Ring oder Doppelring um den Zeckenbiss bildet: Suchen Sie baldmöglichst einen Tierarzt auf – es könnte sich um ein sogenanntes Erythema migrans (Wanderröte) handeln, ein Anzeichen für eine Borrelien-Infektion.

Zeckenbiss beim Hund: Wann zum Tierarzt?

Normalerweise können Sie Zecken gut zuhause entfernen. Nur bei sehr schwierigen Stellen (z.B. am Augenlid) oder bei wehrhaften Hunden benötigen Sie vielleicht die Hilfe eines Tierarztes.

Auch die Nachsorge können Sie bei komplikationslosen Zeckenbissen selbst übernehmen. Reinigen bzw. desinfizieren Sie die Stelle einfach nach dem Entfernen der Zecke, behalten Sie die Haut dort im Auge und verwenden Sie gegebenenfalls ein hautberuhigendes Mittel (z.B. Silberspray oder First-Aid Balsam).

Zeit für einen Tierarztbesuch wird es dagegen, wenn

  • sich der Zeckenbiss stark entzündet (s.o.)
  • die Schwellung an der Einstichstelle länger als ein bis zwei Wochen anhält
  • Sie einen roten Ring (oder Doppelring) um den Zeckenbiss entdecken (s.o.)
  • Ihr Hund allgemeine Symptome zeigt, wie z.B. Fieber, Abgeschlagenheit, Schwäche, Appetitlosigkeit, Lahmheit, blasse oder gelbe Schleimhäute, Einblutungen in die Haut

Zeckenbissen bei Hunden vorbeugen

Eigentlich logisch: Wenn Zeckenbisse solche schlimmen Folgen haben können, sollte man als Hundebesitzer idealerweise verhindern, dass der vierbeinige Gefährte überhaupt von Zecken gebissen wird.

Dafür gibt es viele verschiedene Mittel, die als Spray, Spot-On, Halsband oder Tabletten auf dem Markt sind. Obwohl diese den Hund in der Regel sehr gut gegen Zecken schützen, kann natürlich nicht bestritten werden, dass sie auch viel Chemie enthalten.

Wenn Sie darauf lieber verzichten, Ihren Hund aber trotzdem vor Zeckenbissen schützen wollen, dann ist unser ANTI-TIQUE SPRAY genau das Richtige für Sie! Es schützt Ihren Hund zuverlässig dank des pflanzlichen Duftstoffs „Citriodiol“ aus Zitroneneukalyptus-Extrakt. Dessen intensiver Geruch wirkt abschreckend auf Zecken, Flöhe und Stechmücken, so dass sie sich lieber fernhalten – und dementsprechend gar nicht erst zubeißen bzw. -stechen. Vor dem Spaziergang einfach auf Brust, Rücken, Bauch und Beine aufgetragen, bietet es zuverlässigen Schutz für bis zu vier Stunden. Reichlich Zeit also für einen wundervollen Spaziergang, bei dem auch durch Wiesen und Büsche gerannt werden darf.

Wenn Ihr Hund eine kleine Wasserratte ist, sollten Sie unser Spray allerdings mit auf den Spaziergang nehmen. Denn das Wasser ist nicht nur herrlich erfrischend, es wäscht natürlich auch das Spray ab – und damit auch dessen abschreckenden Geruch. Deswegen muss ihr Hund aber natürlich nicht auf sein Bad verzichten. Sprühen Sie Ihren Hund danach einfach noch mal ein und schon ist er wieder geschützt.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß auf Ihren Spaziergängern und möglichst wenig Begegnungen mit den kleinen Blutsaugern!

Ihre Dr. med. vet. Iris Wagner-Storz


Dr. Iris Wagner-Storz

März 20, 2019