Augenpflege beim Hund: Augen sanft reinigen und pflegen
Die Augen sind für Hunde wichtige und zugleich empfindliche Sinnesorgane. Staub, Haare und andere Fremdkörper können sie reizen und zu verstärktem Tränenfluss führen. Bei manchen Hunden genügt es, die Augenpartie gelegentlich zu kontrollieren. Andere benötigen aufgrund ihrer Fellbeschaffenheit oder Kopfform eine regelmäßigere Pflege.
Doch wie funktioniert die richtige Augenpflege beim Hund? Welche Verkrustungen sind unbedenklich und bei welchen Veränderungen ist ein Tierarztbesuch notwendig? In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie die äußere Augenpartie sanft reinigen und mögliche Warnzeichen frühzeitig erkennen.
Warum ist Augenpflege beim Hund wichtig?
Bei einem gesunden Auge verteilt jeder Lidschlag die Tränenflüssigkeit über die Augenoberfläche. Der Tränenfilm hält die Hornhaut feucht, versorgt sie und hilft dabei, kleine Partikel auszuspülen.
Gelegentlich sammeln sich im inneren Augenwinkel geringe Mengen getrockneten Sekrets. Solche kleinen Ablagerungen können insbesondere nach dem Schlafen auftreten und sind nicht automatisch ein Zeichen für eine Erkrankung.
Eine regelmäßige Kontrolle hilft jedoch dabei, Veränderungen frühzeitig zu bemerken. Achten Sie auf:
- ungewöhnlich starken Tränenfluss
- verklebtes oder feuchtes Fell
- gelben, grünen oder blutigen Ausfluss
- Rötungen und Schwellungen
- häufiges Blinzeln oder Zukneifen
- Reiben mit der Pfote
- eine trübe oder bläuliche Hornhaut
- unterschiedlich große Pupillen
Augenpflege bedeutet deshalb nicht nur Reinigung. Sie bietet zugleich eine gute Gelegenheit, die Augen und die umliegende Haut aufmerksam zu betrachten.

Welche Hunde benötigen regelmäßige Augenpflege?
Wie häufig die Augenpartie gereinigt werden sollte, hängt vom individuellen Hund ab. Eine intensivere Pflege kann unter anderem bei folgenden Merkmalen notwendig sein:
- langes Fell im Gesichtsbereich
- Haare, die in Richtung Auge wachsen
- ausgeprägte Hautfalten im Gesicht
- dauerhaft verstärkter Tränenfluss
- rassebedingte Besonderheiten der Kopfform
- eingeschränkter Abfluss der Tränenflüssigkeit
Insbesondere bei kurzköpfigen Hunden kann die individuelle Anatomie dazu führen, dass die Tränenflüssigkeit schlechter in die Tränenwege gelangt und stattdessen über den Lidrand läuft. Dauerhafter Tränenfluss sollte dennoch nicht allein mit der Rasse erklärt, sondern tierärztlich abgeklärt werden.
Die Körpergröße eines Hundes ist dagegen kein verlässlicher Hinweis auf eine erhöhte Anfälligkeit für Augenprobleme. Entscheidend sind vielmehr Anatomie, Fellbeschaffenheit und individuelle Vorerkrankungen.
Sind leichte Verkrustungen am Hundeauge normal?
Eine kleine Menge helles oder leicht bräunliches, getrocknetes Sekret im inneren Augenwinkel kann nach dem Schlafen vorkommen. Lässt es sich leicht entfernen und zeigt das Auge keine weiteren Auffälligkeiten, besteht meist kein unmittelbarer Grund zur Sorge.
Auffällig sind dagegen:
- plötzlich deutlich mehr Sekret
- zäher, schleimiger Ausfluss
- gelbe oder grüne Ablagerungen
- Blut im Augenausfluss
- ein unangenehmer Geruch
- stark verklebte Augenlider
- wiederkehrender Ausfluss an nur einem Auge
Solche Veränderungen sollten nicht lediglich weggepflegt werden. Sie können auf eine Entzündung, Verletzung, einen Fremdkörper oder eine Störung des Tränenabflusses hindeuten.
Wie reinigt man Hundeaugen richtig?
Bei der Augenpflege ist ein sanftes und hygienisches Vorgehen besonders wichtig.
- Waschen Sie zunächst gründlich Ihre Hände.
- Verwenden Sie ein weiches, fusselfreies Pad oder Tuch.
- Feuchten Sie es mit einem dafür geeigneten Augenpflegeprodukt an.
- Weichen Sie feste Verkrustungen vorsichtig auf.
- Wischen Sie vom inneren Augenwinkel nach außen.
- Verwenden Sie für jedes Auge ein separates, sauberes Pad.
- Tupfen Sie die umliegende Haut anschließend sanft trocken.
Ziehen oder kratzen Sie nicht an festsitzenden Krusten. Durch vorheriges Anfeuchten lassen sie sich meist schonender lösen.
Das Produkt sollte nicht mit einem bereits benutzten Pad verunreinigt werden. Berühren Sie außerdem weder das Auge noch das Fell mit dem Flaschenansatz.
Den Hund an die Augenpflege gewöhnen
Die Augenpartie ist empfindlich, weshalb viele Hunde Berührungen dort zunächst unangenehm finden. Beginnen Sie deshalb langsam und üben Sie in kurzen Einheiten.
Berühren Sie zunächst nur für einen Moment die Seite des Kopfes und belohnen Sie Ihren Hund für ruhiges Verhalten. Nähern Sie sich schrittweise der Augenpartie. Erst wenn Ihr Hund entspannt bleibt, können Sie kurz mit einem weichen Pad darüberstreichen.
Hilfreich sind:
- eine ruhige Umgebung
- sehr kurze Übungseinheiten
- sanfte Bewegungen
- Lob und geeignete Belohnungen
- regelmäßiges Training ohne Zwang
Eine frühe, positive Gewöhnung erleichtert nicht nur die tägliche Pflege, sondern auch spätere Untersuchungen in der Tierarztpraxis.
Augenpflege bei Heizungsluft und Zugluft
Sehr trockene Raumluft kann empfindliche Schleimhäute belasten. Der Liegeplatz des Hundes sollte daher nicht unmittelbar vor einer heißen Heizung liegen.
Auch starke Zugluft, Fahrtwind, Rauch, Sprays oder Staub können die Augen reizen. Lassen Sie Ihren Hund während der Autofahrt nicht mit dem Kopf aus dem geöffneten Fenster schauen. Neben Fahrtwind können kleine Fremdkörper in die Augen gelangen und Verletzungen verursachen.
Eine Bindehautentzündung entsteht jedoch nicht zwangsläufig durch Heizungsluft oder ein geöffnetes Fenster. Hält der Tränenfluss an oder treten Rötungen und Schmerzen auf, sollte die Ursache untersucht werden.
Was sind Tränenflecken beim Hund?
Hunde mit häufig tränenden Augen entwickeln mitunter rötlich-braune Verfärbungen im Fell unterhalb des inneren Augenwinkels. Diese werden als Tränenflecken, Tränenstraße oder Sekretrinne bezeichnet.
Die Verfärbungen entstehen, wenn Bestandteile der Tränenflüssigkeit länger mit dem Fell in Kontakt bleiben. Die dauerhafte Feuchtigkeit kann zudem Hautreizungen, Geruch und Verklebungen begünstigen.
Tränenflecken fallen bei weißem oder hellem Fell besonders deutlich auf. Sie sind jedoch nicht ausschließlich ein kosmetisches Thema: Ständig feuchtes Fell weist auf einen verstärkten Tränenfluss oder einen beeinträchtigten Tränenabfluss hin.
Lassen sich Tränenflecken durch anderes Futter verhindern?
Für die Behauptung, dass Karotten, Rote Bete oder andere farbintensive Futtermittel Tränenflecken verursachen, gibt es keine ausreichende Grundlage. Eine Futterumstellung allein aufgrund der Fellfarbe unter den Augen ist daher nicht sinnvoll.
Futterunverträglichkeiten oder Allergien können zwar unterschiedliche Beschwerden verursachen. Eine gezielte Futterumstellung sollte aber auf einer fachlichen Einschätzung beruhen und nicht allein wegen bestehender Tränenflecken erfolgen.
Bereits verfärbtes Fell erhält durch Reinigung häufig nicht seine ursprüngliche Farbe zurück. Die Pflege hilft jedoch, Ablagerungen zu entfernen und die Haut möglichst trocken zu halten. Das verfärbte Fell muss in der Regel herauswachsen.
Haare rund um die Hundeaugen kürzen
Lange oder ungünstig wachsende Haare können die Augen reizen und Verschmutzungen festhalten. Sie sollten deshalb so gepflegt werden, dass sie nicht auf der Augenoberfläche reiben oder die Sicht beeinträchtigen.
Das Kürzen direkt am Auge erfordert besondere Vorsicht. Bewegt sich der Hund plötzlich, besteht ein erhebliches Verletzungsrisiko. Wenn Sie damit keine Erfahrung haben, wenden Sie sich an einen professionellen Hundesalon.
Von einem eigenständigen Auszupfen beziehungsweise Epilieren der Haare im empfindlichen Augenbereich ist abzuraten. Ob und wie Haare gekürzt werden sollten, hängt von Felltyp, Wuchsrichtung und individueller Anatomie ab.
Auch ein lockerer Zopf kann lange Stirnhaare aus dem Gesicht halten. Er darf nicht zu straff gebunden sein und sollte regelmäßig kontrolliert werden.
Verwenden Sie niemals Haarfärbemittel, Bleichmittel oder andere Kosmetikprodukte für Menschen, um Tränenflecken zu überdecken.
Augenpflege mit LILA LOVES IT
Die AUGENPFLEGE von LILA LOVES IT wurde für die sanfte Reinigung der äußeren Augenpartie entwickelt. Die Rezeptur mit Aloe vera, Meersalz und Euphrasia, auch Augentrost genannt, hilft dabei, Verschmutzungen und aufgeweichte Verkrustungen aus dem Fell zu lösen und die beanspruchte Haut zu pflegen.
Die CLEANIES ermöglichen eine gezielte und hygienische Anwendung. Verwenden Sie für jedes Auge ein frisches Pad, damit Ablagerungen oder mögliche Krankheitserreger nicht von einem Auge auf das andere übertragen werden.
Beachten Sie die Anwendungshinweise der Produkte. Eine äußere Augenpflege ersetzt keine tierärztliche Behandlung und darf nicht dazu führen, dass mögliche Beschwerden lediglich überdeckt werden.
Welche Hausmittel sind für Hundeaugen ungeeignet?
Verwenden Sie an Hundeaugen keine selbst hergestellten Kräutertees oder andere Hausmittel. Kamillentee ist beispielsweise nicht steril und kann feine Pflanzenpartikel enthalten. Diese können das Auge zusätzlich reizen. Auch Unverträglichkeitsreaktionen sind möglich.
Ebenfalls ungeeignet sind:
- Augentropfen aus der Humanmedizin ohne tierärztliche Empfehlung
- alte oder bereits länger geöffnete Augenmedikamente
- Kochsalzlösungen aus selbst gemischtem Wasser und Salz
- ätherische Öle
- aggressive Reinigungsmittel
- Kosmetika und Bleichmittel
Bei Beschwerden sollte die Tierarztpraxis entscheiden, ob eine Spülung, ein Medikament oder eine andere Behandlung erforderlich ist.
Welche Anzeichen sprechen für eine Augenerkrankung?
Folgende Veränderungen können auf eine Erkrankung oder Verletzung hindeuten:
- häufiges Blinzeln oder Zwinkern
- dauerhaftes Tränen eines oder beider Augen
- schleimiger, gelber oder grüner Ausfluss
- Reiben an Möbeln, Decken oder mit der Pfote
- Zukneifen eines Auges
- deutliche Rötungen oder Schwellungen
- Lichtempfindlichkeit
- eine trübe oder bläuliche Hornhaut
Schmerzen können sich außerdem durch Unruhe, Rückzug, Berührungsempfindlichkeit oder verändertes Verhalten zeigen. Appetitlosigkeit und Mattigkeit sind unspezifische Symptome, sollten in Verbindung mit Augenveränderungen aber ernst genommen werden.
Wann muss der Hund zum Tierarzt?
Augenprobleme können sich schnell verschlimmern. Lassen Sie Ihren Hund noch am selben Tag untersuchen, wenn Sie Folgendes feststellen:
- eine sichtbare Verletzung
- einen festsitzenden Fremdkörper
- eine trübe oder bläuliche Hornhaut
- unterschiedlich große Pupillen
- Blut im oder am Auge
- plötzlich eingeschränkte Sehfähigkeit
- starke Schmerzen
- Kontakt mit Chemikalien
- starkes Zukneifen oder anhaltendes Reiben
Versuchen Sie nicht, einen Fremdkörper mit einer Pinzette zu entfernen. Üben Sie keinen Druck auf das Auge aus und verwenden Sie keine Medikamente ohne tierärztliche Anweisung.
Auch anhaltender Tränenfluss, wiederkehrende Verklebungen und eitriger Ausfluss sollten abgeklärt werden. Mögliche Ursachen reichen von einer Bindehautentzündung über Fremdkörper und Hornhautverletzungen bis zu Veränderungen der Augenlider oder Tränenwege.
Fazit: Augenpflege verbindet Reinigung und Kontrolle
Zur Augenpflege beim Hund gehört nicht nur das Entfernen kleiner Ablagerungen. Die regelmäßige Kontrolle hilft Ihnen dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Kleine, unauffällige Verkrustungen lassen sich mit einem geeigneten Pflegeprodukt und einem weichen Pad sanft entfernen. Treten jedoch Schmerzen, Rötungen, starker Tränenfluss, eitriger Ausfluss, eine trübe Hornhaut oder unterschiedlich große Pupillen auf, ist eine tierärztliche Untersuchung erforderlich. So trägt eine aufmerksame Pflegeroutine dazu bei, die empfindliche Augenpartie sauber zu halten und mögliche Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen.













