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Hund entlaufen oder geklaut – So beugst Du vor | von Kristina Obermayr

Leider nehmen die Meldungen über entlaufene Hunde oder auch geklaute Hunde zu. Immer noch gehen viele Menschen sehr unbedarft mit dem Thema um. Daher nehmen wir uns dem Thema hier mal genauer an. Die Intention dieses Artikels ist aber keinesfalls Angst zu verbreiten, er soll über das Thema aufklären und dafür sensibilisieren. So kannst du gute Vorbereitungen treffen und den ein oder anderen Tipp direkt in deinen Alltag umsetzen.
Inhalt

Vorab schauen wir uns erst einmal die Zahlen der letzten drei Jahre an, um Fakten zu schaffen. Hier habe ich die Zahlen von Tasso e.V. zugrunde genommen. Hier muss natürlich erwähnt werden, dass nicht alle entlaufenen oder geklauten Hunde bei Tasso e.V. gemeldet werden. Das bedeutet, die Gesamtzahl ist auf alle Fälle deutlich höher.

Von Januar – April 2019 sind in Bayern zum Beispiel 1.807 entlaufene Hunde bei Tasso e.V. gemeldet worden. Im gleichen Zeitraum wurden dann von Tasso e.V. 1.757 Hunde zurückvermittelt. Wobei in die letzte Zahl auch Hunde fallen, die vor Januar – April entlaufen waren. Es sind also leider nicht alle Hunde wieder nach Hause gekommen. Im gleichen Zeitraum 2020 wurden in Bayern 1.635 entlaufene Hunde bei Tasso gemeldet, wobei 1.584 Hunde wieder zurück vermittelt werden konnten. Auch hier fließen wieder Hunde mit in die Zahl, die bereits vor besagtem Zeitraum entlaufen waren.

Insgesamt wurden 2021 deutschlandweit 31.000 entlaufene Hunde bei Tasso gemeldet.

Es gibt völlig unterschiedliche Gründe, warum Hunde entlaufen, wie zum Beispiel Erschrecken, Jagen, sexualmotiviertes Strawanzen, …

Hier kannst du natürlich auch mit einem guten Rückruf arbeiten, damit dieser aber wirklich in jeden Situationen des Lebens gut sitzt, braucht es wirklich Fleißarbeit.

Und leider häufen sich auch die Meldungen über Diebstahl von Hunden – hierauf gehen wir später noch genauer ein.

Was aber kannst du jetzt aktiv tun?

Registriere deinen Hund bei Tasso

Immer wieder lesen wir bei Anzeigen von Fundhunden gechipt, aber nicht registriert. Aber was heißt das überhaupt?
Jeder Hund in Deutschland trägt einen Transponder, umgangssprachlich einen Chip. Die Chipnummer deines Hundes findest du im Impfpass. Leider ist aber die Chipnummer nicht automatisch den Halter*innen zuzuordnen.

Hier musst Du aktiv werden

Du musst deinen Hund bitte kostenlos bei Tasso e.V. registrieren.
Tasso e.V. ist ein Verein, der sich darum kümmert entlaufene Tiere schnellstmöglich zu ihren Halter*innen zurückzubringen. Alle weiteren Infos findest du unter www.tasso.net.

So kann dein Hund, wenn er doch mal entlaufen sollte schnell wieder zu dir zurückgebracht werden.

Mache Deine Telefonnummer gut sichtbar an Deinen Hund

Noch schneller geht es natürlich, wenn dein Hund deine Telefonnummer deutlich sichtbar trägt. Insofern kann eine Sichtung und der Fund deines Hundes direkt bei dir gemeldet werden und dein Hund muss nicht von den Finder*innen erst zu einem Tierarzt oder einer Tierärztin gebracht werden, um den Chip auszulesen.

Gerade bei Hunden, von denen Skepsis gegenüber Fremden bekannt ist, kannst du die Nummer zum Beispiel gut sichtbar auf sein Brustgeschirr sticken lassen, es gibt mittlerweile auch sogenannte „Klettis“, die man am Geschirr befestigen kann.

Stelle eine Geruchsprobe für den Fall der Fälle sicher

Dies ist besonders ratsam für Mehrhundehalter*innen. Denn hier müssen häufig erst die Gerüche der anderen Hunde an Geruchsartikeln ausgeschlossen werden, bevor die Suchhundestaffel starten kann. Zieh dir bitte Einweghandschuhe an und schneide deinem Hund an einer unauffälligen Stelle ein Büschel Fell ab. Dieses packst du dann bitte in ein luftsicheres Glas oder in eine Dose. So kannst du der Suchhundestaffel problemlos eine Geruchsprobe zur Verfügung stellen, was hoffentlich nie nötig sein wird!

Achte auf den Spaziergängen auf deinen Hund

Beim Training dreht sich häufig alles darum, dass dein Hund sich in allen Lebenslagen an dir orientiert. Für mich gilt das allerdings für beide Seiten! Auch du solltest wirklich aufmerksam mit deinem Hund spazieren gehen. Zum einen, weil es einfach wunderschön ist, deinen Hund zu beobachten, wie er die Welt wahrnimmt. Zum anderen kannst du auf diese Weise Schreckmomente, großes Interesse an Wild oder andere Ablenkungen für deinen Hundes besser abfangen oder auch sehen, wenn jemand versucht deinen Hund wegzulocken, wenn wir in Richtung Diebstahl denken.
Also bitte leg dein Handy weg (außer für Erinnerungsfotos ;-)) und gehe wirklich MIT deinem Hund spazieren und genieß die gemeinsame Zeit!

Kein Warten vor Geschäften

Immer noch sehe ich in München Hunde allein wartend vor Geschäften. Hier dürfen wir bestimmt etwas dein Wohnumfeld berücksichtigen. Das bedeutet in einem kleinen Ort, in dem jeder jeden kennt, deinen Hund mal kurz vor dem Bäcker warten zu lassen, wenn dein Hund das entspannt gelernt hat, das sollte sicher weniger Probleme bereiten als in der anonymen Großstadt.
Aber es bleibt immer ein Restrisiko. So habe ich es selber schon zwei Mal gesehen, dass ein Hund an einen schweren Fahrradständer angebunden, sich offensichtlich vor etwas erschrocken hat, dass er samt der Fahrradständer auf einer stark befahrenen Straße rumgeflitzt ist. Hier ist selbstverständlich für so viele Beteiligten ein riesiges Verletzungsrisiko.
Und leider dürfen wir auch immer von Diebstählen lesen, wenn Hunde allein vor Bäcker, Tankstellen und Supermärkten warteten.
Bitte unterschätze das nicht und lass deinen Hund bestenfalls nicht unbeaufsichtigt. Geh deine Gassirunde mit dem Hund, bring ihm bei, danach entspannt einen angemessenen Zeitraum allein zu bleiben und geh danach allein zum Einkaufen. Also bitte leg dein Handy weg (außer für Erinnerungsfotos ;-)) und gehe wirklich MIT deinem Hund spazieren und genieß die gemeinsame Zeit!

Kein Verstecken oder Weglaufen vor Deinem Hund!

Immer noch werden häufig „Trainingstipps“ gegeben, wie „Versteck dich vor deinem Hund“, wenn er nicht wie erwünscht auf dich achtet oder „Lauf vor deinem Hund weg“, wenn er nicht sofort auf deinen Abruf reagiert. Hier ist zum einen das Problem, dass du über die Emotion Angst mit deinem Hund arbeitest und dass Angst nie ein guter Ratgeber ist.

Außerdem kann dieser Schuss nach hinten losgehen, denn auch hier kann dein Hund sich aufgrund des vermeintlichen Verlustes der Bezugsperson so erschrecken, dass er kopflos in die völlig falsche Richtung davon läuft. Auch das durfte ich vielmals in Parks beobachten.
Wenn dein Hund also auf deinen Abruf nicht kommt, gehe bitte hin und hole ihn und lies dir gerne auch den Blogbeitrag „Rasender Rückruf“ durch.

Schätze Situationen richtig ein – ein Blick auf den Jahreswechsel

Ich denke, es ist nicht überraschend, dass die Hauptzeit, in der viele Hunde verschwinden, der Jahreswechsel ist.
Dein Hund sollte bitte IMMER vom 28.12. – mindestens 4.1. an gut sitzendem Brustgeschirr und Schleppleine gesichert laufen. Ängstliche Hunde sogar doppelt gesichert mit zwei Leinen (eine Leine am Geschirr und eine Halsband).
Hier sollte nicht unterschätzt werden, dass panische Hunde keine Signale wie Rückruf mehr ausführen können.
Und auch in böllerfreien Zonen sind wir nicht sicher vor einer gewissen Geräuschkulisse oder auch ignoranten Fremdpersonen, die dennoch böllern. Also sei bitte für die paar Tage sehr konsequent in deinem eigenen Handeln!
Dennoch sollte gerade zu Silvester jeder Hund um Vorfeld auch angemessen trainiert werden, um möglichst entspannt durch die Tage zu kommen, dennoch solltest du wirklich unter keinen Umständen auf die Managementmaßnahme Leine verzichten.

Dein Hund allein im Garten – eine gute Idee?

Ja natürlich ist es für einen Hund super einen Garten zur Verfügung zu haben und diesen dann auch mal schnell zum, Lösen rauszuschicken, da sind alle Wohnungsbewohner ohne Garten häufig neidisch! ?
Dennoch hat auch der Diebstahl von Hunden aus Gärten zugenommen.

Also schätze hier deinen Hund, eure Umgebung etwas mit ein oder schließe vielleicht auch einfach die Gartentüre ab oder verbringe einfach viel Zeit zusammen mit deinem Hund im Garten.

Hund entlaufen/gestohlen – Was tun?

  • Vorort bleiben und möglichst ruhig bleiben
  • Tasso informieren
  • Polizei informieren
  • Professionelle Suchhundestaffel zur Beratung hinzuziehen.
  • Flyern
  • Einschlägige Portale in den sozialen Netzwerken informieren

Hund gefunden – Was tun?

  • Foto/Video machen
  • Nur sichern, wenn sich die Situation leicht gestalten.
  • Niemals dem Hund hinterherlaufen, rufen etc., sonst treibst Du ihn unabsichtlich nur weiter!
  • Polizei informieren
  • Einschlägige Portale in den sozialen Netzwerken informieren

Ich hoffe, du konntest den ein oder anderen Tipp für dich mitnehmen und wünsche dir natürlich von Herzen, dass du diese nie anwenden musst.

Alle Liebe,
Kristina
Wir Schlawiner – Coaching für Menschen mit Hund