Gutes Hundeshampoo – So erkennen Sie es!

Dass man für Hunde spezielles Hundeshampoo und nicht einfach Shampoo für Menschen verwenden sollte – aufgrund der Unterschiede im pH-Wert der Haut – hat sich inzwischen rumgesprochen.

Aber wie kann man als Hundehalter eigentlich erkennen, ob ein Hundeshampoo gut ist oder nicht? Was bedeuten all die Informationen auf den Shampoo-Flaschen? Und ist „Bio“ immer besser?

Hundeshampoo im Einsatz 2 600px
Ein reinigendes Bad: Wie wir es uns vorstellen…

Hundebad
…und wie Hunde es sich vorstellen

Viele Hundeshampoos – viele Versprechen

Inzwischen gibt es unzählige Hundeshampoos auf dem Markt. Manche versprechen „seidigen Glanz“, „verbesserte Kämmbarkeit“ oder auch „besonderen Duft“. Es gibt Shampoos für langhaarige Hunde, für bestimmte Rassen oder auch spezielle Fellfarben. Das fast unüberschaubare Angebot der Tierpflegeindustrie verspricht für jeden Problemfall die richtige Lösung parat zu haben – und gleichzeitig „pflegend“, „rückfettend“ oder „besonders mild“ zu sein.

Doch wie kann es sein, dass ein „aufhellendes“ oder „tiefenreinigendes“ Hundeshampoo dann auch noch „mild und gut verträglich“ ist? Und welche Inhaltsstoffe sorgen eigentlich dafür, dass die Hundehaut wirklich gepflegt wird?

Von diesen Fragen getrieben, greift man natürlich als erstes zur Shampoo-Flasche. Schön sieht sie schon mal aus – hübsches Logo, ein verheißungsvoller Slogan und oft auch noch ein wohlklingender Name, der eher an Produkte für den Menschen erinnert. Ein tolles Hundeshampoo – oder? Um das festzustellen, muss man rausfinden, was tatsächlich drin ist.

Was ist in meinem Hundeshampoo eigentlich drin?

Und hierbei entstehen dann meistens ganz viele Fragezeichen im Kopf. Denn besonders aufschlussreich sind die verfügbaren Informationen oft nicht! Meist findet man auf Hundeshampoo-Flaschen eine von zwei Varianten: Die Inhaltsstoffe werden nicht angegeben oder die Namen auf der Inhaltsstoff-Liste sind völlig unverständlich.

Möglichkeit 1: Die Inhaltsstoffe bleiben im Dunkeln – aber Hauptsache „Bio“

Man dreht die Flasche hin und her, studiert das Etikett und findet dann vielleicht ein paar kryptische Informationen: „Mit Kamille“ oder „pflegend, dank natürlicher Zusätze“… na, das klingt ja nicht so schlecht. Aber mit Kamille alleine ist wahrscheinlich noch kein Hund „tiefengereinigt“ worden. Sonst finden Sie auf der Flasche keine Informationen? Herzlichen Glückwunsch. Dieser Hersteller verrät Ihnen nicht, was in seinem Hundeshampoo alles drin ist. Und bitte lassen Sie sich an dieser Stelle nicht von fadenscheinigen Gründen des Rezepturschutzes abspeisen.

Ein Hundeshampoo zu verwenden, bei dem unklar bleibt, welche Inhaltsstoffe tatsächlich enthalten sind? Oft nicht die beste Idee – selbst wenn das Produkt mit dem Wort „Bio“ oder einem „Bio-Siegel“ wirbt.

Bio ist nicht gleich Bio – und „natürlichen Ursprungs“ ist nicht immer gesund.

Denn auch die Bezeichnung „Bio“ überlässt dem Hersteller gemäß der Verordnung einen gewissen Spielraum bezüglich der Nicht-Bio-Anteile im Produkt. Oft muss nur ein bestimmter prozentualer Anteil der Inhaltsstoffe nachweislich „Bio“ sein, um mit diesem Wort werben zu dürfen.

Davon mal abgesehen, gibt es auch Inhaltsstoffe, die zwar „pflanzlichen Ursprungs“ oder „Bio“ sind, aber trotzdem schlichtweg ungesund für die Haut des Hundes, schlecht verträglich oder auch allergieauslösend (wie beispielsweise einige pflanzliche Duftstoffe).

Die Inhaltsstoffe eines Hundeshampoos – und das gilt natürlich auch für alle anderen Pflegeprodukte – sollten deswegen immer klar auf der Verpackung deklariert sein.

Möglichkeit Nr. 2: N-Lauroylsarco…was? Unaussprechliche Inhaltsstoffe

Auf der Rückseite der Flasche finden Sie eine ewig lange Liste von Inhaltsstoffen, deren Namen Sie auch mit ausgereifter Zungenfertigkeit nicht aussprechen können – oder die Ihnen überhaupt nichts sagen?

Das klingt jetzt erstmal auch nicht so großartig. Allerdings haben Sie bei einem solchen Hundeshampoo zumindest die Möglichkeit herauszufinden, was das Produkt tatsächlich enthält. Das ist gut!

Eigentlich ganz einfach!

Im Grunde genommen ist es ganz einfach so, als würden Sie ein Fertig-Lebensmittel für sich selbst im Supermarkt kaufen. Je länger die Liste der Inhaltsstoffe, desto mehr potentielle „Gefahren“, beispielsweise allergieauslösende Stoffe, können darin enthalten sein.

Bevorzugen Sie also ein Hundeshampoo mit einer nicht allzu langen Inhaltsstoffe-Liste – und entscheiden Sie sich für ein Produkt, dessen Inhaltsstoffe Sie verstehen.

Die Inhaltsstoffliste – ein Mysterium für sich

Jetzt fragen Sie sich vielleicht, wie das gehen soll, wenn die Inhaltsstoffe des Hundeshampoos so merkwürdig angegeben werden. Manchmal ist tatsächlich ein bisschen Recherche nötig. Oft finden Sie auf den Produkten eine sogenannte INCI-Liste (INCI = Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe), also eine Liste, in der genau angegeben ist, welche Stoffe enthalten sind. Diese orientiert sich an einer Verordnung für kosmetische Stoffe.

Zugegeben: Die gelisteten Inhaltsstoffe sind ohne chemische Vorkenntnisse meist nur bedingt sofort zu verstehen. Durch eine kurze Recherche können Sie allerdings genau herausfinden, was sich hinter den einzelnen Bezeichnungen verbirgt. Es gibt im Internet jede Menge INCI-Datenbanken, die die Begriffe verständlich erklären und häufig auch Informationen liefern, warum dieser Inhaltsstoff in dem Produkt sein könnte (Emulgator, Duftstoff etc.) und ob er eventuell Gefahren birgt.

Man kann an dieser Stelle nur dazu raten, dass Sie sich bei der Auswahl eines Hundeshampoos tatsächlich kurz die Zeit für eine solche Recherche nehmen – nur so können Sie wissen, wie gut und sicher das Produkt, welches Sie verwenden wollen, tatsächlich ist.

Diese Stoffe haben in guten Hundeshampoos nichts verloren

Duftstoffe

Es gibt Inhaltsstoffe, auf die man in Hundeshampoos ganz grundsätzlich verzichten sollte –Duftstoffe zum Beispiel (egal, ob künstlicher oder natürlicher Herkunft). Denn diese stehen immer wieder im Verdacht allergieauslösend zu sein. Bei einigen Duftstoffen konnten sogar gesundheitsschädliche Effekte nachgewiesen werden.

Und ganz ehrlich, Duftstoffe in Hundeshampoos sind nur aus einem Grund enthalten: damit es für uns Menschen besser riecht (und sich das Shampoo dadurch besser verkauft). Dem Hund gefallen sie häufig ganz und gar nicht – und so ist es nicht selten, dass dieser sich nach einem mühsamen Waschgang erst mal ausgiebig im nächsten Dreck wälzt, um den „schönen Duft“ wieder los zu werden. Ein Hund möchte vermutlich nicht nach Erdbeere riechen. Oder nach Mango. Oder Papaya. Wie intensiv die Wahrnehmung dieser Duftstoffe durch die sehr sensible Hundenase ist, möchte man sich gar nicht vorstellen!

Tenside wie SLS oder SLES

Auch auf bestimmte Tenside, wie beispielsweise Natrium-Lauryl/Laureth-Sulfat oder Natrium-Lauryl/Laureth-Ether-Sulfat ( = SLS oder SLES) sollte in Hundeshampoos nach Möglichkeit verzichtet werden. Diese trocknen die Haut nämlich oft stark aus und können sie auch reizen. Außerdem kann bei der Herstellung von SLES der krebserregende Stoff Dioxan entstehen, welcher dann im Hundeshampoo (wenn auch in geringen Mengen) enthalten sein kann.

Ethanolamine

Auf Hundeshampoos (und anderen Pflegeprodukten), die Ethanolamine (MEA, DEA, TEA) enthalten, sollten Sie ebenfalls besser verzichten. Ethanolamine werden als Feuchthaltemittel und pH-Wert-Regulatoren von Shampoos verwendet. In Kombination, beispielsweise mit Konservierungsstoffen, können durch sie sogenannte Nitrosamine entstehen. Diese werden von der Haut leicht aufgenommen und gelangen so in den Körper. Dies kann das Risiko für verschiedene Erkrankungen, wie Leber- oder Magenkrebs, erhöhen.

Parabene

Parabene haben in Pflegeprodukten, wie Hundeshampoos, ebenfalls nichts verloren. Sie werden meist als Konservierungsmittel eingesetzt, allerdings sind auch sie potentiell allergieauslösend. Außerdem haben sie aus chemischer Sicht Ähnlichkeit mit dem Hormon Östrogen, wodurch sie den Hormonhaushalt ungünstig beeinflussen können.

Sonstige

Weitere mögliche Konservierungsstoffe, wie Methylisothiazolinone oder auch DMDM Hydantoin, sind potentiell gesundheitsgefährdend oder sogar krebserregend – und sollten somit selbstverständlich nicht Inhaltsstoff eines Hundeshampoos sein.

Eine Naturkosmetik-Zertifizierung bietet Sicherheit für Sie und Ihren Hund – nicht nur bei Hundeshampoos.

Ihnen ist besonders wichtig, ein Hundeshampoo zu verwenden, das aus rein natürlichen Inhaltsstoffen besteht? Dann entscheiden Sie sich für ein zertifiziertes Produkt mit entsprechendem Naturkosmetik-Label.

Das „Natural Product Standard Approved by BDIH“-Siegel

Diese Produkte gehen in ihrer Entwicklung durch strenge Zulassungsprozesse. Sie sind in der Art und Herkunft ihrer Inhaltsstoffe streng kontrolliert. Auch die Produktionsstätte wird überprüft und – wenn alle Qualitätskriterien erfüllt sind – zertifiziert und regelmäßig kontrolliert. Eine solche Zertifizierung gibt Ihnen damit also die Sicherheit, ein rein natürliches und streng kontrolliertes Hundeshampoo bzw. Pflegeprodukt in den Händen zu halten.

Eine dieser Zertifizierungen wird durch den BDIH (Bundesverband deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel e.V.) durchgeführt. Dabei wird nach strengen Richtlinien kontrolliert und zertifiziert.  Der „Natural Product Standard approved by BDIH“ ist ein Kontrollzeichen für Naturprodukte, die keine kosmetischen Mittel sind (also z.B. Arzneimittel, Reinigungsmittel, Lebensmittel, Tierpflegemittel oder Tiernahrung), aber dem BDIH Standard grundsätzlich entsprechen.

Fragen Sie nach!

Wenn Sie sich unsicher sind bezüglich des Hundeshampoos, welches Sie in den Händen halten, fragen Sie beim Hersteller nach. Was ist drin? Ist das Hundeshampoo für jedes Tier geeignet? Wer entwickelt die Produkte? Ist ein Tierarzt an der Entwicklung beteiligt? Alternativ können Sie sich auch von Ihrem Haustierarzt beraten lassen, um zu erfahren, welches Hundeshampoo für Sie und Ihr Tier am besten geeignet ist und warum.

Wie Sie sehen, gibt es doch das ein oder andere bei der Auswahl eines guten Hundeshampoos zu beachten. Nehmen Sie sich die Zeit, die Produkte für Ihr Tier sorgfältig zu überprüfen. Es lohnt sich – unseren geliebten Vierbeinern zu Liebe!

Ihre Dr. med. vet. Miriam Ennouri

 

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