Läufige Hündin: Das sollten Sie über die Läufigkeit wissen
Die Läufigkeit ist ein natürlicher Abschnitt des Sexualzyklus einer unkastrierten Hündin. Umgangssprachlich wird diese Phase auch als „Hitze“ bezeichnet. Der Körper bereitet sich währenddessen auf eine mögliche Trächtigkeit vor. Gleichzeitig können sich das Verhalten und die Bedürfnisse der Hündin verändern.
Wie lange die Läufigkeit dauert, wann sie zum ersten Mal auftritt und wie Sie Ihre Hündin in dieser Zeit unterstützen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Wie läuft die Läufigkeit einer Hündin ab?
Der Sexualzyklus der Hündin besteht aus vier Phasen: Vorbrunst, Brunst, Nachbrunst und Ruhephase. Als eigentliche Läufigkeit werden meist die Vorbrunst und die Brunst bezeichnet.
Vorbrunst: Proöstrus
Die Vorbrunst dauert durchschnittlich etwa neun Tage, kann aber je nach Hündin deutlich kürzer oder länger ausfallen. In dieser Phase reifen die Eizellen heran und der Körper bereitet sich auf eine mögliche Trächtigkeit vor.
Typische äußere Anzeichen sind:
- eine angeschwollene Vulva
- blutiger Scheidenausfluss
- häufigeres Urinieren und Markieren
- zunehmendes Interesse von Rüden
Obwohl Rüden bereits großes Interesse zeigen können, ist die Hündin in der Vorbrunst meist noch nicht deckbereit und wehrt Annäherungsversuche häufig ab.
Brunst: Östrus
Während der Brunst ist die Hündin paarungsbereit und kann trächtig werden. Deshalb wird diese Phase auch als Standhitze bezeichnet. Der Ausfluss wird häufig heller und wässriger, während die Schwellung der Vulva langsam zurückgehen kann.
Die Brunst dauert durchschnittlich etwa neun Tage, kann jedoch ebenfalls stark variieren. An äußeren Anzeichen lässt sich der fruchtbare Zeitraum nicht sicher bestimmen. Wenn kein Nachwuchs geplant ist, sollte die Hündin deshalb während der gesamten Läufigkeit konsequent von unkastrierten Rüden ferngehalten werden.
Nachbrunst und Ruhephase
Nach der Brunst folgt die Nachbrunst, der sogenannte Diöstrus. Die Hündin ist nun nicht mehr deckbereit. Aufgrund der hormonellen Veränderungen können auch bei nicht gedeckten Hündinnen Anzeichen einer Scheinträchtigkeit auftreten.
Anschließend beginnt die hormonelle Ruhephase, der Anöstrus. Sie dauert mehrere Monate und endet mit dem Beginn des nächsten Zyklus.
Wann wird eine Hündin zum ersten Mal läufig?
Der Zeitpunkt der ersten Läufigkeit ist individuell und hängt unter anderem von der Rasse und der Körpergröße ab. Bei vielen Hündinnen beginnt sie zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat. Kleine Rassen werden häufig früher läufig, während große und sehr große Rassen ihre erste Läufigkeit mitunter erst im Alter von 18 bis 24 Monaten erleben.
Die ersten Zyklen können noch unregelmäßig oder weniger deutlich ausgeprägt sein. Wenn Ihre Hündin auch nach dem zweiten Lebensjahr keine erkennbaren Anzeichen einer Läufigkeit zeigt oder Sie sich unsicher sind, sollten Sie tierärztlichen Rat einholen.
Wie oft wird eine Hündin läufig?
Viele unkastrierte Hündinnen werden ungefähr zweimal pro Jahr beziehungsweise im Abstand von rund sechs bis sieben Monaten läufig. Je nach Rasse und individuellem Zyklus sind jedoch auch deutlich kürzere oder längere Abstände möglich.
Anders als Menschen kommen Hündinnen nicht in die Wechseljahre. Sie können daher grundsätzlich bis ins hohe Alter läufig und trächtig werden. Mit zunehmendem Alter können die Abstände zwischen den Läufigkeiten jedoch länger und die sichtbaren Anzeichen schwächer werden.
Woran erkennen Sie eine läufige Hündin?
Die hormonellen Veränderungen machen sich sowohl körperlich als auch im Verhalten bemerkbar.
Typische körperliche Anzeichen sind:
- eine geschwollene Vulva
- blutiger, später häufig heller werdender Ausfluss
- vermehrtes Lecken im Intimbereich
- häufigeres Urinieren und Markieren
- gesteigertes Interesse von Rüden
Auch das Verhalten kann sich verändern. Manche Hündinnen wirken unruhig, abgelenkt oder weniger gehorsam. Andere suchen verstärkt die Nähe ihrer Bezugspersonen oder ziehen sich häufiger zurück.
In der Vorbrunst reagieren viele Hündinnen abweisend auf Rüden. Mit Beginn der Brunst kann sich das ändern: Die Hündin bleibt möglicherweise stehen, legt die Rute zur Seite und duldet Annäherungsversuche. Verlassen Sie sich zur Verhinderung einer Trächtigkeit jedoch nicht auf einzelne äußere Anzeichen.
Scheinträchtigkeit nach der Läufigkeit
Nach der Läufigkeit können unkastrierte Hündinnen Anzeichen einer Scheinträchtigkeit entwickeln – unabhängig davon, ob sie gedeckt wurden. Mögliche Symptome sind der Bau eines Nestes, das Bemuttern von Spielzeug, verändertes Verhalten, geschwollene Milchdrüsen oder Milchbildung.
Leichte Veränderungen verschwinden häufig von selbst. Bei starken Beschwerden, Schmerzen, ausgeprägter Milchbildung oder deutlichen Verhaltensänderungen sollten Sie Ihre Hündin tierärztlich untersuchen lassen.
Fünf Tipps für die Läufigkeit
1. Führen Sie Ihre Hündin an der Leine
Während der Läufigkeit sollte Ihre Hündin im Freien grundsätzlich angeleint bleiben. Selbst gut erzogene Hunde können unter dem Einfluss der Hormone plötzlich anders reagieren oder gezielt nach einem Partner suchen.
Eine Schleppleine bietet Ihrer Hündin mehr Bewegungsfreiheit, ohne dass Sie die Kontrolle verlieren. Lassen Sie sie dennoch nicht unbeaufsichtigt im Garten. Rüden können läufige Hündinnen über große Entfernungen wahrnehmen und mitunter erstaunliche Hindernisse überwinden.
2. Vermeiden Sie Begegnungen mit unkastrierten Rüden
Informieren Sie andere Hundehalterinnen und Hundehalter frühzeitig über die Läufigkeit Ihrer Hündin. Wählen Sie möglichst ruhige Spazierwege und Zeiten, zu denen wenig Hunde unterwegs sind.
Kommt Ihnen ein freilaufender Hund entgegen, bitten Sie dessen Halter rechtzeitig, ihn anzuleinen. Das reduziert Stress und verhindert unerwünschte Annäherungen.
3. Planen Sie Pausen bei Hundeschule und Freilauf ein
Auf Hundewiesen, in Freilaufgebieten und in vielen Hundeschulen sollte eine läufige Hündin nicht am regulären Gruppentraining teilnehmen. Fragen Sie in Ihrer Hundeschule nach den geltenden Regeln oder nach einer geeigneten Alternative.
Auch Hundesportveranstaltungen und gemeinsame Aktivitäten mit anderen Hunden können während der Läufigkeit ungeeignet sein.
4. Achten Sie auf eine sanfte Hygiene
Viele Hündinnen halten sich während der Läufigkeit selbst sauber. Dennoch können einzelne Blutstropfen auf Böden, Decken oder Möbel gelangen. Waschbare Decken oder Spannbettlaken schützen Körbchen und Polstermöbel und lassen sich unkompliziert reinigen.
Bei Bedarf können Sie den äußeren Intimbereich vorsichtig säubern. Die feuchten LILA LOVES IT LAVETTES eignen sich dazu, die Hygiene unterwegs oder zu Hause sanft zu unterstützen. Wischen Sie ausschließlich äußerlich und ohne starken Druck.
Läufigkeitshöschen können Textilien schützen, verhindern aber keine Paarung und dürfen nicht als Verhütungsmittel betrachtet werden. Wechseln Sie Einlagen regelmäßig und gönnen Sie der Haut ausreichend Luft.
5. Gönnen Sie Ihrer Hündin Ruhe
Die Läufigkeit kann für eine Hündin körperlich und emotional anstrengend sein. Beobachten Sie, ob sie mehr Ruhe benötigt, schneller gereizt ist oder verstärkt Ihre Nähe sucht. Passen Sie Spaziergänge und Beschäftigung an ihre Tagesform an.
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Wann sollten Sie tierärztlichen Rat einholen?
Die Läufigkeit ist ein natürlicher Vorgang. Bestimmte Veränderungen sollten dennoch untersucht werden. Wenden Sie sich an Ihre Tierarztpraxis, wenn:
- die Blutung ungewöhnlich stark ist oder sehr lange anhält
- der Ausfluss eitrig oder unangenehm riecht
- Ihre Hündin Fieber hat, apathisch wirkt oder starke Schmerzen zeigt
- sie auffällig viel trinkt oder uriniert
- die Abstände zwischen den Läufigkeiten plötzlich stark abweichen
- starke Beschwerden einer Scheinträchtigkeit auftreten
- eine unbeabsichtigte Paarung stattgefunden hat
Insbesondere Abgeschlagenheit, starker Durst, Fieber oder auffälliger Ausfluss in den Wochen nach der Läufigkeit können auf eine Erkrankung der Gebärmutter hinweisen und sollten umgehend tierärztlich abgeklärt werden.
Fazit: Mit Aufmerksamkeit gut durch die Läufigkeit
Die Läufigkeit verläuft bei jeder Hündin etwas anders. Regelmäßige Beobachtung, Spaziergänge an der Leine, Abstand zu unkastrierten Rüden und ausreichend Ruhe helfen Ihnen dabei, diese Zeit sicher und möglichst entspannt zu gestalten.
Wenn Sie den Zyklus Ihrer Hündin dokumentieren, können Sie kommende Läufigkeiten besser einschätzen und Veränderungen frühzeitig erkennen. Notieren Sie dazu den ersten Tag der Blutung, die Dauer und besondere körperliche oder verhaltensbezogene Auffälligkeiten.











