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Was inspiriert ein neues Design? Pablo Diaz, Art Director bei LILA LOVES IT, gibt Einblicke.

Wie entsteht ein neues Design? Welche Gedanken, Werte und Bilder fließen in ein Rebranding ein? Art Director Pablo gibt Einblicke.

Gastbeitrag Gastbeitrag · 6 Min. Lesezeit

Pablo, du bist seit knapp 4 Jahren unser Art Director bei LILA LOVES IT. Magst du dich kurz vorstellen und erzählen, was dich in deiner Arbeit besonders inspiriert? 

Ich komme aus Santiago de Chile, wo ich sechs Jahre lang als Art Director in Werbeagenturen gearbeitet habe. Auf einer Reise nach Deutschland habe ich – fast zufällig – ein Land entdeckt, das mich faszinierte und in das ich zurückkehren wollte. Kurz darauf begann ich, noch in Chile lebend, als Freelancer für eine deutsche Sport-Sponsoring-Agentur zu arbeiten. 2018 wurde ich eingeladen, direkt mit ihnen in Deutschland zu arbeiten, was die Tür zu einer neuen Etappe in meinem Leben öffnete. Dort lernte ich die Menschen kennen, die mich mit LILA LOVES IT bekannt machten. Nach meinem Gespräch mit Steffi, als ich ihre Leidenschaft für Design, Produktentwicklung und die Liebe sah, mit der sie die Dinge macht, wusste ich, dass dies der Ort war, an dem ich sein wollte. 

Was meine Arbeit inspiriert… nun, wenn es darum ginge, Personen oder Dinge aufzuzählen, hätte ich eine endlose Liste, denn ich suche immer überall nach Inspiration. Die Welt und die Menschen haben immer etwas, das mich lehren und motivieren kann.  
Natürlich habe ich meine Ikonen, aber ich fasse es gerne so zusammen: Für mich spielt es keine entscheidende Rolle, welche Person oder welche konkrete Sache mich inspiriert. Vielmehr sehe ich die eigentliche Inspiration in der Fähigkeit des Menschen, Dinge zu erschaffen. Das ist für mich ein zutiefst philosophischer Gedanke. Man könnte es auch so formulieren: Es fasziniert mich, dass wir Menschen die Kraft besitzen, Dinge zu gestalten, unsere Kreativität einzusetzen, um die Welt zu bereichern und andere Menschen zu inspirieren. Darum wird für mich alles, in dem ich das Potenzial des Menschen erkenne, Neues zu schaffen – sei es eine Person, ein Ereignis, eine Situation oder eine Sache –, zu einer Quelle meiner Inspiration und zu dem Antrieb, der mich bewegt. 
Deshalb bin ich kein großer Freund von Dingen, die ohne Liebe und Hingabe gemacht werden. 

Was war der Auslöser für das Rebranding unserer Pflegelinie?  

Seit ich bei LILA LOVES IT arbeite, haben wir immer versucht, kreativ zu sein, neue Produkte anzubieten und eine echte Wirkung für unsere Kunden zu erzielen. Unsere Werte sprechen nicht nur von Professionalität und der Qualität der Produkte, sondern auch von Kreativität und von Verbindung: mit den Menschen und natürlich mit den Hunden. 
 
Manchmal war in unseren Kreativ-Meetings so viel Energie, dass sie am Ende ein wenig chaotisch wurden; wir wollten zu viele Dinge gleichzeitig liefern. An diesem Punkt verstanden wir, dass wir die Ideen ordnen und klar definieren mussten, wie LILA LOVES IT mit der Welt kommuniziert: auf welche Weise wir sprechen, wie wir uns präsentieren und wie wir uns kleiden. Die Pflegelinie war der natürliche Ort, um diesen Weg zu beginnen.  

Gab es Dinge am bisherigen Design, die nicht mehr gepasst haben oder wolltet ihr bewusst neue Akzente setzen? 

Die Veränderung entdeckten wir nach und nach, während wir tiefer in das Rebranding eintauchten. Wir stellten fest, dass bei LILA LOVES IT schon immer zwei Seiten in Synergie zusammenlebten: Wissenschaft und Natur, Mensch und Hund, Klassisches und Modernes, Verspieltes und Elegantes, Ästhetisches und Professionelles. Diese Dualität wurde zu einem zentralen Pfeiler unseres Brandings. 

Um es einfach zu erklären: Wir haben zwei große Produktlinien. Das Futtersortiment, in farbenfrohem und lebendigem Stil, und unsere Pflegelinie, in klarem und puristischem Ton. Letztere war zudem die erste Linie von LILA, weshalb sie unsere Basis darstellen musste, also die Leinwand, auf der wir unsere Marke neu aufbauen würden.  

Deshalb entschieden wir uns, ihr ein einfacheres und direkteres Design zu geben als Gegenstück zur Futtersortiment, die die kreativere Seite verkörpert.  

Diese Logik beeinflusste auch Entscheidungen wie die Typografie. Wir wollten, dass die Pflegelinie einen technischeren und wissenschaftlicheren Charakter vermittelt. 

Daraus entstand die Idee, sie in eine minimalistische Ästhetik zu führen, mit warmen Farben, inspiriert von Mineralien und Steinen, die mit Reinheit und Orten der Ruhe assoziiert werden.  

Und natürlich durften wir unser Herz aus Gold nicht vergessen: Lila. Sie nimmt im Design einen besonderen Platz ein, mit einem goldenen Akzent, der ihr innerhalb des Designs eine besondere Freiheit gibt. Gewissermaßen wie die Zuneigung und das Wesentliche, das die Hunde für uns darstellen. 

Was war für Dich der schönste Moment im Projekt? 

Wenn ich an den schönsten Moment denke, würde ich sagen, es war die letzte Phase. Das Kuriose ist, dass es gleichzeitig auch die schwierigste war, aber gerade deshalb so besonders. Alles begann im Stillen, als Steffi und ich intern über das Rebranding zu sprechen begannen. Und am Ende wurde aus dem, was als kleines Gespräch entstanden war, ein Projekt, das das gesamte Team einbezog. Zu sehen, wie jede Person ihr Bestes gab, wo man erkennen kann, wie jeder seine Aufgabe entwickelt, damit das Ganze funktioniert. Das ist der Moment, in dem ich sehe, was ein solches Projekt bewirken kann, wenn eine anfängliche Idee durch die Leidenschaft und die Liebe aller zu etwas Lebendigem wird. 

Gab es beim Rebranding besondere Herausforderungen und wie hast du sie gelöst? 

Herausforderungen gab es natürlich. Sogar viele! Ein Rebranding ist immer eine Herausforderung, denn es zwingt dich, dich selbst zu betrachten und zu verstehen, was du tust, um es in Worte, in Bilder und in alle Bereiche des Unternehmens zu übersetzen. Es geht nicht nur darum, ein Etikett zu gestalten, sondern darum, neu zu überdenken, wie du kommunizierst, wer du bist. 

In diesem Projekt war eine der größten Herausforderungen, das Wesen von LILA zu bewahren und gleichzeitig unsere Werte und Stärken zu vermitteln, ohne die Verbindung zum allgemeinen Branding der Marke und zu ihren anderen Produktlinien zu verlieren. Und genau darin liegt der Schlüssel: Bevor man gestaltet, muss man reden, reden und reden; probieren, probieren und probieren; testen und testen. Eine gute Planung, viel Recherche und eine ausführliche Analyse sind die Basis, erst danach kommt das Design. 

Welches Detail im neuen Design liegt dir persönlich besonders am Herzen? 

Das gesamte Design liegt mir am Herzen. Ich könnte nichts machen, dass mein Herz nicht berührt. 

Wenn du nicht gerade an Designkonzepten arbeitest, wo holst du dir Inspiration und neue Energie für deine kreative Arbeit? 

Die kreative Arbeit… für mich ist das ein tiefes und manchmal geheimnisvolles Wort. Ich finde Inspiration in vielen Künsten wie zum Beispiel in der Malerei, der Bildhauerei, der Fotografie, der Poesie und der Architektur. Aber vor allem in der Musik. Nichts inspiriert mich so sehr wie sie. Musik ist meine größte Quelle kreativer Energie. Und zugleich lasse ich mich auch vom Alltäglichen inspirieren, von dem, was mich jeden Tag umgibt und ganz besonders von einem guten Gespräch mit einem anderen Menschen.