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Spaß mit dem Apportel | von Kristina Obermayr

In diesem SKILLS BY LILA Bogbeitrag erzählt uns Kristina von der Hundeschule "Wir Schlawiner" mehr über die Dummyarbeit und das Apportieren von Gegenständen mit Hunden.
Inhalt

von Kristina – Wir Schlawiner

Was ist Apportieren?

Apportieren bezeichnet bei der Jagd das Herbeibringen des vom Jäger geschossenen Nieder- oder Federwildes durch den Jagdhund.“ (Quelle: Wikipedia)

Aber schon längst hat Dummytraining als Jagdersatztraining im Hunde- und Freizeitsport Einzug gefunden. Hier wird sehr detailliert mit Einweisen, Freisuche, Stopppfiff gearbeitet, um nur einiges zu nennen.

Wir beschäftigen uns heute vorrangiger mit der Hobby- und Freizeitbeschäftigung deines Hundes mit Apportel auf den Spaziergängen – ohne Contest und Regeln von außen, nur zum Spaß für dich und deinen Hund!
Außerdem kannst du deinen Hund auch Gegenstände anzeigen lassen, wenn er nicht so gerne Gegenstände aufnimmt.

Stell einen Plan auf!

Mach dir als erstes einen Plan, was du genau mit deinem Hund beim Apportieren machen möchtest. 
Ich habe Spielzeug auf den Spaziergängen dabei, mit dem unsere Hündin Mali auch mal Zergeln und sie vor uns Weglaufen und sich von uns jagen lassen darf. Hier wird zwar auch mal Apportiert, aber völlig regellos. ?

Auf der anderen Seite haben wir aber auch einen Apportel, bei dem wir darauf achten, dass sie sie nach dem Finden auf direktem Weg zu uns bringt und in die Hand legt. Das haben wir im Training so aufgebaut.

Es ist wichtig, dass dein Hund lernen darf, welches Verhalten du dir wünschst und du lernen darfst, dies für deinen Hund nachvollziehbar zu kommunizieren. Das gibt deinem Hund eine Erwartungssicherheit und vermindert Stress und unerwünschtes Verhalten deines Hundes in Trainingssituationen.

Wie beginne ich?

Tauschen bzw. Aufheben üben

Als erstes sollte ein Hund lernen, das Apportel aufzuheben und sofort gegen ein Leckerli zu tauschen. Hier ist es wichtig, dass du sehr nah bei deinem Hund und dem Apportel bleibst, damit möglichst keine Fehler auftreten können. Hier kannst du bereits darauf achten, dass du das Apportel beim Tausch mit einer Hand auffängst. So übt ihr schon ganz nebenbei, dass dein Hund das Apportel auch in deine Hand legt.

Apportel auslegen

Erst wenn das Tauschen zuverlässig klappt, baust du ganz langsam kleine Distanzen auf. Bitte lege im ersten Schritt dein Apportel aus und wirf es nicht. Oftmals bringt das bereits so viel Erregung in die Situation, dass die Ansprechbarkeit sinkt und sich so schnell Trainingsfehler einschleichen.

Schwierigkeitsgrad erhöhen

Wenn dieser Schritt des Bringers auf kleine Distanzen nach dem Auslegen zuverlässig klappt, kannst du das Apportel wahlweise auch mal auf eine größere Distanz legen, auf eine kleine Distanz werfen oder beim Auslegen verschiedene Orte antäuschen oder das Apportel auch mal erhöht legen, nicht nur auf den Boden.

Apportieren oder Anzeigen?

Manche Hunde nehmen zumindest Apportel oder Spielsachen nicht gerne ins Maul.

Selbstverständlich kannst du alles mit deinem Hund üben. Nachdem wir aber ja nach einem Hobby suchen, dass euch beiden Spaß macht, ist es vielleicht sinnvoller, einfach ein gutes Anzeigeverhalten aufzubauen.

Im ersten Schritt nimmst du den Apportel und findest ihn total toll. Sobald dein Hund neugierig ankommt, hältst du ihm das Apportel etwas entgegen und sobald dein Hund mit der Nase nah oder direkt am Apportel ist, sagst du dein Lobwort und belohnst ihn fürstlich. Ganz wichtig, dein Hund geht mit seiner Schnauze an das Apportel, nicht du stupst das Apportel an seine Nase! ?

Sobald dein Hund diesen Schritt verstanden hat und zuverlässig ausführt, beginnst du auch, das Apportel auszulegen und deinen Hund hinzuschicken. Lobwort und Belohnung erfolgt dann immer am Apportel. 

Hier kannst du dann ebenfalls mit der Zeit das Apportel werfen und die gleichen Steigerungen wie beim Apportieren mit einbauen.

Verlorensuche auf der Rückspur

Hierbei handelt es sich um eine wunderschöne Beschäftigung auf dem Spaziergang, die jeder völlig entspannt mit einbauen kann.

Hier kannst du sowohl über Apportieren oder auch über Anzeigen arbeiten – je nachdem, was deinem Hund und dir lieber ist. Allerdings sollte er die oben genannten ersten Trainingsschritte schon kennen.

Du läufst mit deinem Hund auf dem Weg und wenn er gerade etwas unaufmerksamer vor dir läuft, lässt du unbemerkt das Apportel fallen und gehst noch so 3-5 Schritte weiter.

Danach schickst du deinen Hund mit einem speziellen Signal (anders als bei der Anzeige oder dem Apportieren) auf den Rückweg zu dem Apportel. Wieder soll dein Hund einen schnellen Erfolg haben. 

Bei der Verlorensuche auf der Rückspur soll dein Hund aber eben lernen, dass sich das Apportel immer auf der Rückspur befindet, während bei der Anzeige oder dem Apportieren, das Apportel auch mal seitlich vom Weg weg versteckt liegen kann.

Daher eignet sich die Verlorensuche besonders für Gebiete, in denen dein Hund den Weg nicht verlassen soll, du ihn aber trotzdem gerne Stöberspaß gönnen möchtest.

Mit der Zeit kannst du hier die Distanzen kleinschnittig und an die Tagesform angepasst vergrößern.

Cool-Down

Viele Hunde haben unfassbaren Spaß mit der Arbeit am Apportel. Daher kommt gerne mal Frust auf, wenn das Apportel nach getaner Arbeit weggepackt wird. Das zeigt sich gerne in Form von Bellen, Hochspringen, Leinebeißen, etc.

Um den Frust deines Hundes zu reduzieren, solltest du das Beenden der Einheit immer ankündigen, das gibt deinem Hund mit der Zeit eine Erwartungssicherheit. Zusätzlich mit einem guten Ritual kannst du deinem Hund helfen, weniger Frust zu empfinden und besser mit der Situation umzugehen.

Ich sage meiner Hündin immer „Ende“ streue ein paar Leckerlis zum Suchen für sie, packe das Spielzeug langsam und ruhig weg und wenn sie fertig mit Fressen ist, gehen wir ganz „normal“ weiter.

Vermeidbare Fehler

Lass deinen Hund anfangs beim Training gerne an einer Schleppleine und vermeide es, ihm mit dem Apportel hinterherzulaufen! 

Das ist meist ein riesiger Spaß für die Hunde und absolut kontraproduktiv, wenn dein Hund das Apportel eigentlich zu dir bringen oder es ruhig anzeigen soll. ?

Achte wirklich darauf, kleinschnittig zu arbeiten und anfangs nur kurze Einheiten zu machen! Durch Überforderung entsteht nur Stress und dein Hund wird unkonzentriert. Mach lieber eine astreine und möglichst fehlerfreie kleine Einheit, dann eine Pause und vielleicht später noch eine kleine Einheit.

Kleiner Tipp: Wenn du viel Nasenarbeit auf den Spaziergängen machst, dann sorge bitte immer für ausreichend Trinkmöglichkeiten für deinen Hund. Besonders an heißen Tagen.

Habt einfach Spaß!

Nasenarbeit ist eine tolle Beschäftigung für deinen Hund und es macht eine riesige Freude, den eifrigen Hunden bei ihren Aufgaben zuzuschauen. Hier lernst du noch mal richtig viel über die Körpersprache deines Hundes – wie sieht er aus, wenn er auf Spur ist oder diese auch mal verlässt und wieder finden muss. 

Also genießt die gemeinsame Zeit in vollen Zügen!