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Tränende Augen beim Hund – was Sie jetzt tun sollten!

Tränende Augen sind bei Hunden leider keine Seltenheit. Oft stecken rassebedingte Veränderungen an den Augen oder eine Reizung, z.B. durch Zugluft oder Staub, hinter dem Problem. Andererseits können aber auch unangenehme oder sogar gefährliche Erkrankungen dazu führen, dass einem Hund die Augen tränen.

Dr. Stefanie Mallmann Dr. Stefanie Mallmann · 9 Min. Lesezeit

Wie erkennt man tränende Augen beim Hund?

Bei einem verstärkten Tränenfluss – medizinisch Epiphora genannt – läuft Tränenflüssigkeit über den Lidrand in das umliegende Fell. Typische Anzeichen sind:

  • dauerhaft feuchtes Fell unter den Augen
  • sichtbare Tränen auf dem Gesicht
  • rötlich-braune Fellverfärbungen
  • verklebtes oder verkrustetes Fell
  • gereizte Haut unterhalb der Augen
  • unangenehmer Geruch bei länger anhaltender Feuchtigkeit

Die rötlich-braunen Verfärbungen werden auch als Tränenstraße oder Sekretrinne bezeichnet. Sie fallen besonders bei Hunden mit hellem oder weißem Fell auf, beispielsweise bei Maltesern.

Solche Verfärbungen können entstehen, wenn Bestandteile der Tränenflüssigkeit über längere Zeit mit Fell, Luft und Hautmikroorganismen in Kontakt kommen. Die Tränenstraße allein zeigt jedoch nicht, wodurch der verstärkte Tränenfluss verursacht wird.

Wann ist Augenausfluss beim Hund auffällig?

Klare, wässrige Tränenflüssigkeit ist anders zu beurteilen als schleimiger, gelber, grüner oder blutiger Ausfluss. Eine veränderte Farbe oder Konsistenz kann auf eine Entzündung, Infektion oder Verletzung hindeuten.

Besonders aufmerksam sollten Sie werden, wenn zusätzlich folgende Symptome auftreten:

  • Zukneifen oder häufiges Blinzeln
  • Reiben mit der Pfote
  • gerötete oder geschwollene Augen
  • Lichtempfindlichkeit
  • eine milchige, bläuliche oder trübe Hornhaut
  • unterschiedlich große Pupillen
  • sichtbare Verletzungen
  • eine Veränderung der Sehfähigkeit
  • plötzliches Auftreten an nur einem Auge

Zukneifen, häufiges Blinzeln und Reiben können Anzeichen für Schmerzen sein. Ein trübes Auge oder unterschiedlich große Pupillen können ebenfalls auf eine behandlungsbedürftige Augenerkrankung hinweisen. In diesen Fällen sollte der Hund zeitnah tierärztlich untersucht werden.

Auch länger anhaltender klarer Tränenfluss sollte abgeklärt werden. Die dauerhafte Feuchtigkeit kann die Haut reizen und Entzündungen begünstigen. Zudem kann sich hinter dem vermeintlich harmlosen Tränen eine Erkrankung verbergen.

Wie entsteht Augenausfluss beim Hund?

Jeder gesunde Hund produziert fortlaufend Tränenflüssigkeit. Sie bildet einen schützenden Film auf dem Auge, hält die Hornhaut feucht und hilft dabei, kleinere Partikel auszuspülen.

Überschüssige Tränenflüssigkeit gelangt normalerweise über kleine Öffnungen am inneren Lidrand, die sogenannten Tränenpünktchen, in den Tränennasenkanal. Von dort wird sie in Richtung Nase und Rachen abgeleitet.

Läuft die Flüssigkeit stattdessen über den Lidrand in das Fell, gibt es grundsätzlich zwei mögliche Mechanismen:

  • Das Auge produziert mehr Tränenflüssigkeit als üblich.
  • Die Tränenflüssigkeit kann nicht ausreichend über die Tränenwege abfließen.

Vermehrter Tränenfluss ist ein Symptom und keine eigenständige Erkrankung. Die Ursache lässt sich daher nur durch eine gezielte Untersuchung feststellen. VCA Animal Hospitals

Welche Ursachen haben tränende Augen beim Hund?

Für tränende Augen kommen zahlreiche Ursachen infrage. Manche sind vorübergehend und vergleichsweise harmlos, andere können schmerzhaft sein und das Sehvermögen gefährden.

Reizung durch Staub, Rauch oder Zugluft

Staub, Rauch, Sprays, Parfüm oder starke Zugluft können die Augen reizen. Als Reaktion produziert das Auge vermehrt Tränenflüssigkeit, um die störenden Partikel auszuspülen.

Klingt der Tränenfluss nach kurzer Zeit vollständig ab und zeigt der Hund keine weiteren Beschwerden, kann eine leichte Reizung dahinterstecken. Hält sie an oder treten Schmerzen und Rötungen auf, ist eine Untersuchung ratsam.

Fremdkörper im Auge

Beginnt ein Auge plötzlich stark zu tränen, kann sich ein Fremdkörper darin befinden. Haare, Sand, Pflanzenteile oder Grannen können unter die Lider gelangen und die Binde- oder Hornhaut reizen.

Versuchen Sie nicht, einen festsitzenden oder schlecht sichtbaren Fremdkörper selbst mit einer Pinzette zu entfernen. Grannen und andere Pflanzenteile können tief unter das Augenlid gelangen oder die Hornhaut verletzen. Der Hund sollte deshalb zeitnah tierärztlich untersucht werden.

Bindehautentzündung

Eine Bindehautentzündung, medizinisch Konjunktivitis, kann unter anderem mit Rötungen, Schwellungen, verstärktem Tränenfluss und schleimigem oder eitrigem Ausfluss einhergehen. Auch häufiges Blinzeln und Zukneifen des Auges sind möglich.

Die Entzündung kann verschiedene Ursachen haben, darunter Fremdkörper, Allergien, Infektionen, Fehlstellungen der Lider oder andere Augenerkrankungen. Eine Bindehautentzündung ist daher keine Diagnose, die ohne Untersuchung zuverlässig zu Hause gestellt oder behandelt werden sollte. VCA Animal Hospitals

Verletzung oder Entzündung der Hornhaut

Verletzungen und Geschwüre der Hornhaut können sehr schmerzhaft sein. Betroffene Hunde kneifen das Auge häufig zu, blinzeln vermehrt oder versuchen, daran zu reiben.

Die Hornhaut kann trüb, bläulich oder unregelmäßig erscheinen. Da sich Hornhautschäden schnell verschlimmern und das Sehvermögen gefährden können, ist eine rasche tierärztliche Untersuchung erforderlich.

Verengte oder verschlossene Tränenwege

Sind die Tränenpünktchen oder Tränennasenkanäle verengt beziehungsweise verschlossen, kann die Tränenflüssigkeit nicht ausreichend abfließen. Sie läuft stattdessen über den Lidrand.

Solche Veränderungen können angeboren sein oder beispielsweise infolge einer Entzündung entstehen. Auch die individuelle Kopfform kann den Tränenabfluss beeinflussen. Insbesondere bei kurzköpfigen Hunden gelangt die Tränenflüssigkeit mitunter schlechter in die vorgesehenen Abflusswege.

Nach innen gerolltes Augenlid

Beim Entropium rollt sich der Lidrand nach innen. Dadurch können Haare auf der Augenoberfläche reiben und die Binde- oder Hornhaut reizen. Die Folgen können verstärkter Tränenfluss, Schmerzen und Hornhautverletzungen sein.

Ein Entropium kann angeboren sein, sich aber auch infolge anderer Veränderungen entwickeln. Bestimmte Rassen sind häufiger betroffen. Entscheidend ist jedoch immer der individuelle Befund.

Nach außen gerolltes Augenlid

Beim Ektropium liegt der Lidrand nicht vollständig am Auge an, sondern ist nach außen gedreht. Dadurch ist die Bindehaut weniger geschützt und kann leichter austrocknen oder gereizt werden. Auch der natürliche Abfluss der Tränenflüssigkeit kann beeinträchtigt sein.

Sowohl Entropium als auch Ektropium sollten tierärztlich beurteilt werden. Je nach Ausprägung und Beschwerden können pflegende, medikamentöse oder chirurgische Maßnahmen notwendig sein.

Fehlgerichtete Wimpern oder Haare

Zusätzliche oder ungünstig wachsende Wimpern können die Augenoberfläche berühren. Diese sogenannte Distichiasis verursacht nicht bei jedem Hund Beschwerden. Reiben die Haare jedoch dauerhaft auf der Hornhaut, können Tränenfluss, Rötungen, Schmerzen und Hornhautverletzungen entstehen. VCA Animal Hospitals

Weitere mögliche Ursachen

Auch andere Erkrankungen können tränende Augen verursachen, beispielsweise:

  • Allergien
  • Erkrankungen der Augenlider
  • Entzündungen der Tränenwege
  • erhöhter Augeninnendruck
  • Erkrankungen im Bereich von Nase oder Zähnen
  • Veränderungen der Hornhaut
  • Verletzungen
  • Tumoren

Aufgrund der Vielzahl möglicher Ursachen lässt sich anhaltender Augenausfluss nicht allein anhand seines Aussehens sicher einordnen.

Wann muss ein Hund mit tränenden Augen zum Tierarzt?

Eine kurzfristige, leichte Reizung kann von selbst abklingen. Beobachten Sie das Auge dennoch aufmerksam.

Noch am selben Tag tierärztlich abgeklärt werden sollten:

  • Zukneifen oder deutliches Blinzeln
  • eine trübe oder bläulich erscheinende Hornhaut
  • unterschiedlich große Pupillen
  • plötzlicher starker Tränenfluss
  • Verdacht auf einen Fremdkörper
  • Verletzungen am Auge
  • starke Rötung oder Schwellung
  • Lichtempfindlichkeit
  • erkennbare Sehprobleme
  • blutiger Ausfluss
  • Kontakt mit reizenden Chemikalien

Vereinbaren Sie außerdem einen Termin, wenn der Tränenfluss länger anhält, wiederkehrt oder schleimiger beziehungsweise eitriger Ausfluss auftritt.

Verwenden Sie keine alten Augentropfen oder Medikamente aus der Humanmedizin. Bestimmte Wirkstoffe können bei einer Hornhautverletzung ungeeignet sein und den Zustand verschlimmern.

Wie pflegt man die Haut um tränende Augen?

Hält der Tränenfluss länger an, kann die ständige Feuchtigkeit zu Verklebungen, Fellverfärbungen und Hautreizungen führen. Die äußere Augenpartie sollte daher sanft gereinigt und möglichst trocken gehalten werden.

Gehen Sie dabei vorsichtig vor:

  1. Waschen Sie Ihre Hände.
  2. Weichen Sie getrocknete Krusten sanft an.
  3. Wischen Sie vom inneren Augenwinkel nach außen.
  4. Verwenden Sie für jedes Auge ein separates, sauberes Pad.
  5. Reiben Sie nicht über die Augenoberfläche.
  6. Tupfen Sie das Fell anschließend vorsichtig trocken.

Die Reinigung der äußeren Augenpartie lindert nicht die zugrunde liegende Ursache des Tränenflusses. Hält das Problem an, ist weiterhin eine tierärztliche Untersuchung erforderlich.

Augenpartie mit LILA LOVES IT AUGENPFLEGE reinigen

Die AUGENPFLEGE von LILA LOVES IT wurde für die sanfte Reinigung der äußeren Augenpartie entwickelt.Sie sorgt behutsam für ein gutes Hautmilieu und ist dabei besonders sanft zur empfindlichen Augenpartie. Haut und Lidränder werden beruhigt und in der Regeneration unterstützt. Die Rezeptur enthält Aloe vera, Meersalz und Euphrasia, auch Augentrost genannt.

Sie kann dabei helfen, Verschmutzungen und aufgeweichte Verkrustungen schonend aus dem Fell zu lösen und die beanspruchte Haut rund um die Augen zu pflegen.

Warum sollte man keinen Kamillentee für Hundeaugen verwenden?

Kamillentee ist für die Reinigung der empfindlichen Augenpartie nicht empfehlenswert. Selbst sorgfältig gefilterter Tee ist nicht steril und kann feinste Pflanzenpartikel enthalten, die das Auge zusätzlich reizen. Außerdem sind Unverträglichkeitsreaktionen möglich.

Verwenden Sie zur Reinigung keine selbst hergestellten Kräuterlösungen. Ist eine Spülung des Auges erforderlich, lassen Sie sich in Ihrer Tierarztpraxis ein geeignetes Produkt und die korrekte Anwendung empfehlen.

Lassen sich Tränenflecken beim Hund entfernen?

Bereits verfärbtes Fell lässt sich durch Reinigung häufig nicht vollständig in seine ursprüngliche Farbe zurückversetzen. Es muss in der Regel herauswachsen und kann anschließend vorsichtig gekürzt werden.

Eine regelmäßige Reinigung kann jedoch dabei helfen, neue Ablagerungen zu reduzieren und die Haut trocken zu halten. Besonders wichtig ist es, die Ursache des verstärkten Tränenflusses abklären zu lassen. Eine rein kosmetische Behandlung reicht nicht aus, wenn eine Fehlstellung, Entzündung oder andere Augenerkrankung dahintersteckt.

Fazit: Tränende Augen beim Hund sollten beobachtet werden

Tränende Augen beim Hund können durch eine leichte Reizung entstehen, aber auch auf Fremdkörper, Entzündungen, Hornhautverletzungen, verengte Tränenwege oder Fehlstellungen der Augenlider hinweisen.

Hält der Tränenfluss an oder treten Schmerzen, Rötungen, Schwellungen, eitriger Ausfluss beziehungsweise eine trübe Hornhaut hinzu, sollte das Auge tierärztlich untersucht werden. Die regelmäßige Reinigung und Pflege der äußeren Augenpartie hilft, das Fell sauber und die Haut trocken zu halten, ersetzt jedoch nicht die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache.