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Urlaub mit Hund – Anreise, Reiseziele, Trainings-Tipps | von Kristina Obermayr

Ferienzeit ist Urlaubszeit. Ob Sie lieber mit oder ohne Hund in den Urlaub fahren, beides hat absolut seine Berechtigung. Was Sie aber für einen entspannten Urlaub mit Hund beachten sollten, darüber sprechen wir in diesem Artikel. Im ersten Schritt sollten Sie sich einfach mal deinen Urlaub aus den Augen deines Hundes betrachten. Würde er sich diesen Urlaub zum jetzigen Zeitpunkt aussuchen? Nicht jeder Hund eignet sich für jeden Urlaub. Manchmal macht es mehr Sinn, Ihren Hund an eine tolle Betreuung zu gewöhnen und ihn (vorerst) nicht überallhin mitzunehmen.

Gastbeitrag Gastbeitrag · 9 Min. Lesezeit

Was muss ich vor meinem Urlaub mit Hund bedenken?

Welche Regeln im Bezug auf Hunde gelten an Ihrem Urlaubsziel und auf der Reise dorthin? Benötigt Ihr Hund bestimmte Impfungen oder sind andere Behandlungen zur Prophylaxe sinnvoll? Besteht eine Leinenpflicht und wie genau definiert sich diese? Gibt es eine Maulkorbpflicht zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln oder an öffentlichen Plätzen? Hier sollten Sie sich gut informieren und sich auch mit dem Tierarzt/der Tierärztin Ihres Vertrauens besprechen. Außerdem sollten Sie dann eben zum Beispiel das entspannte Tragen eines Maulkorbs rechtzeitig trainieren.

Urlaub mit Hund – Anreise

Egal wie Sie Ihren Hund in den Urlaub befördern, steht natürlich seine Sicherheit an erster Stelle und Sie sollten immer darauf achten, dass keine Gegenstände und Gepäckstücke gegen ihn rutschen oder auf ihn fallen können. In Öffentlichen Verkehrsmitteln macht es Sinn, ihn zwischen Ihren Beinen zu platzieren, damit niemand ihm aus Versehen auf die Pfoten oder den Schwanz tritt.

Autofahren mit Hund

Wenn Sie mit dem Auto in den Urlaub fahren, sollte Ihr Hund vorab gelernt haben, wirklich entspannt Auto zu fahren. Rechnen Sie ausreichend Pausen für Gassirunden ein. Der Vorteil hier ist, dass Sie natürlich sehr flexibel unterwegs sind. Außerdem bin ich ein großer Freund, davon, dem Hund auch ein entspanntes Warten im Auto beizubringen – eventuell auch in Tiefgaragen, wenn die Temperaturen es nicht anders zulassen. Dann können Sie ihn für eine absehbare Zeit auch mal entspannt im vertrauten Auto lassen und ihm eventuell überfordernde neue Eindrücke ersparen.

Zugfahren mit Hund

Auch hier sollte Ihr Hund bereits im Vorfeld an öffentliche Verkehrsmittel gewöhnt werden und auch gegebenenfalls lernen, einen Maulkorb entspannt über einen längeren Zeitraum zu tragen. Falls Sie umsteigen müssen, sollten Sie ausreichend Zeit einplanen, damit Ihr Hund sich zwischendurch lösen und sich die Beine vertreten kann. Informieren Sie sich, wo das an den jeweiligen Bahnhöfen gut möglich ist und planen Sie genügend Zeit bei Ihren Verbindungen ein.

Hund im Flugzeug – keine gute Idee

Eine Flugreise sollte meiner Meinung nach unter allen Umständen vermieden werden, besonders wenn Sie Ihren Hund nicht in der Tasche mitführen können. Aber auch an die Tasche muss Ihr Hund ordentlich und intensiv gewöhnt werden. Denken Sie hier auch daran, ihn an die verschiedenen Geräusche und Bewegungen zu gewöhnen. Außerdem sollten Sie ihm zum Druckausgleich Kau- oder Schleckartikel zur Verfügung stellen. Dennoch käme für mich eine Flugreise mit Hund definitiv nicht in Frage und ich würde in diesem Fall lieber eine gute Betreuung suchen und diese allein antreten.

Reiseziele für einen Hunde-Urlaub

Städtetrip mit Hund

Wenn Sie ausschließlich einen Städtetrip planen, ist es eher fraglich, ob Sie Ihrem Hund hier wirklich einen Gefallen tun, wenn Sie ihn mitnehmen. Falls Sie im Laufe einer naturreichen Rundreise aber auch mal eine Stadt besichtigen möchten, können Sie Ihren Hund sicherlich auch integrieren, wenn Sie auf ein paar Dinge achten. Ihr Hund sollte an Menschenaufläufe und die daraus resultierende Geräuschkulisse positiv gewöhnt sein. Achten Sie bei dem Städtetrip bitte auf geeignete Temperaturen oder wählen Sie passende Uhrzeiten, bestenfalls früh morgens. Gönnen Sie Ihrem Hund Entspannungspausen in ruhigen Ecken, um die Eindrücke zu verarbeiten. Hier können Sie erlernte Ruherituale als Helferlein einsetzen.

Hotelaufenthalt mit Hund

Klären Sie bitte vorab, welche Regeln für Ihren Hund gelten. Darf er zum Beispiel mit in den Speisesaal genommen werden und kann Ihr Hund das auch im Beisein anderer Hunde leisten? Macht es mehr Sinn, ihn vielleicht auch kurz auf dem Zimmer zu lassen – hierauf kommen wir noch bei dem Punkt alleine lassen in fremder Umgebung. Bedenken Sie bitte auch bei expliziten Hundehotels, dass hier viele verschiedene Erziehungsmethoden aufeinandertreffen. Einige Menschen gehen im Stress auch nicht sehr zimperlich mit ihren Hunden um. Lautes Schreien, Stampfen anderer Menschen oder Jaulen, Bellen anderer Hunde kann sehr stressig für Ihren Hund sein. Und hier würde ich es absolut vermeiden, Ihren Hund häufig derartigen Stimmungen auszusetzen und ihn wenn möglich während des Essens eher im Zimmer oder Auto lassen.

Camping mit Hund

Egal ob im Zelt, im Wohnmobil oder im eigenen Bus, eine Campingreise mit Hund ist natürlich eine tolle Geschichte und meine absolute Lieblingsart zu reisen. Falls Sie tendenziell eher rumreisen, solltest Sie bedenken, dass die ständigen neuen Eindrücke für Ihren Hund sehr herausfordernd sein können und es sich hier vielleicht auch zumindest bei den ersten Reisen anbietet, längere Zeiträume an einem Ort zu bleiben. Außerdem kann ein strukturierter Tagesablauf trotz Urlaub es Ihrem Hund erleichtern, sich zurecht zu finden und zu entspannen. Mit der Zeit gewöhnen sich die Hunde häufig an diese Form der Urlaube und Sie können einige Rituale und Routinen auch wieder ausschleichen.

Auf Campingplätzen kann die Enge und das Gewusel um Ihren Bereich für Ihren Hund eine große Herausforderung darstellen. Gerade für Wohnungshunde, die im Gegensatz zu Gartenhunden meist wenig ruhende Statik unter Reizen gewöhnt sind. Hier sollten Sie vorab eine gute Ruhedecke erst Zuhause und dann auch auf den Spaziergängen aufbauen. Ein Sichtschutz kann hier auch gut helfen. Oder Sie bringen Ihren Hund zwischendurch auch in seine gewohnte Umgebung (Auto, Bus, etc.) zum Ruhen, verbringen dort Zeit mit ihm, um zu entspannen – soweit es die Temperaturen natürlich zulassen. Auf Campingplätzen gilt hier natürlich auch das gleiche wie bei den Hundehotels – achten Sie bitte darauf, welche Situationen Sie Ihrem Hund zumuten.

Wandern mit Hund

Wandern mit Hund erfreut sich ja auch immer größerer Beliebtheit und wird auch gerne im Urlaub unternommen. Falls Sie also Hüttentouren mit Übernachtung planen, sollten Sie vorab unbedingt klären, wo der Hund dort übernachten darf. Es ist nicht unüblich dass Hunde dort sehr pragmatisch allein im Skikeller übernachten dürfen – und das käme für uns persönlich nicht in Frage. Manche Hütten haben einzelne Zimmer für Menschen mit Hund, da diese natürlich auch nicht in ein Matratzenlager mitgenommen werden können. Aber hier muss natürlich vorab reserviert werden. Eine andere Möglichkeit wäre, auf einer Nebenwiese zu zelten oder eben immer wieder zurück ins Tal zu gehen und sich dort eine Ferienwohnung oder ein Hotel zu nehmen und am nächsten Tag zur neuen Wanderung aufzubrechen. Dass Ihr Hund eine gewisse Kondition mitbringen und die Routen ohne gefährliche Klettersteige gewählt werden sollten, versteht sich, denke ich von allein.

Urlaub mit Hund – Alleinbleiben in fremder Umgebung

Immer noch denken viele Hundehalter*innen, dass Hunde, wenn sie es einmal gelernt haben, überall problemlos alleine bleiben können. Das stimmt leider nicht!

Ich trainiere daher mit meinen Kund:innen sehr genau ein gutes Ritual auf, das wir dann gerne mit weiteren Hilfsmitteln, wie der konditionierten Entspannung auf einen Duft und/oder eine Musik einsetzen, damit es möglichst schnell und problemlos auch in anderen Umgebungen klappen kann. Die Betonung liegt hier auf „kann“. Sie sollten auch immer in Betracht ziehen, dass es während des Urlaubs vielleicht auch gar nicht möglich ist und Sie und Ihr Partner vielleicht getrennt essen gehen müssen. Manchmal auch nur die ersten Tage, vielleicht aber auch den kompletten Urlaub.

Wichtig ist hier, dass Sie Ihren Hund wirklich gut per Kamera überwachen, um dir nicht ungewollt eine große Baustelle für später zu schaffen, denn im schlechtesten Fall kann Ihr Hund nach mehrmaligem gestressten Alleinbleiben im Urlaub, dieses auch Zuhause nicht mehr. Ich möchte aber auch erwähnen, dass es Hunde gibt, die damit keine großen Probleme haben, aber das sollte eben immer über eine Kamera (gibt es mittlerweile sehr günstig) überprüft und sehr deutlich auf das Verhalten und die Körpersprache geachtet werden!

Urlaub mit Hund – Fazit

Ich bin ein großer Fan mit meiner Hündin Mali in den Urlaub zu fahren, ich suche allerdings auch die Ruhe und die Natur und daher passt das für uns perfekt. Sie sollten bei Urlauben unbedingt auf Ihren Hund und seine Körpersprache und Kommunikation achten und notfalls Situationen auch anpassen.

Es ist auch völlig in Ordnung, dass Ihr Hund erst einmal in Situationen reinwachsen darf. Wenn er nun zum Beispiel noch keine langen Autofahrten schaffen kann, dann lassen Sie ihn doch bei einer netten Betreuung und üben Sie erst einmal das Autofahren und Sie bestreiten dann den nächsten Urlaub entspannt miteinander. Denn im schlechtesten Fall haben Sie nämlich andernfalls einen völlig gestressten und überreizten Hund mit im Urlaub, der alles anbellt, völlig unruhig ist und Sie am Ende mit den Nerven auch völlig durch sind.

Also wägen Sie anfangs immer gut ab, ob Ihr Hund sich diesen Urlaub aussuchen würde, ob Sie Lust haben, sich auch auf seine Bedürfnisse einzustellen und dann los. Wenn nicht, suchen Sie eine nette Betreuung und genießen Sie Ihren Urlaub – das ist Ihrem Hund gegenüber deutlich fairer als ihn in Situationen zu bringen, die er noch nicht meistern kann. Aber wie gesagt: lernen und wachsen darf Ihr Hund ja gerne ein Leben lang und daher kann das ja immer noch alles werden.

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Hund einen wunderschönen Urlaub, egal ob zusammen oder getrennt!

Falls Sie Hilfe benötigen, melden Sie sich gerne bei mir und wir finden in einem unverbindlichen Gespräch raus, wie ich Ihnen und Ihrem Hund helfen kann. Dann sorgen wir gemeinsam für einen spaßigen und entspannenden Urlaub für Sie und Ihrem Hund!

Alles Liebe, Kristina