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Zahnstein beim Hund – nur ein kosmetisches Problem?

Zahnstein – bei fast allen Hunden setzt sich der fiese Belag früher oder später an den Beißerchen fest. Doch Zahnstein sieht nicht nur unschön aus und führt zu unangenehmen Maulgeruch, sondern kann auch die Ursache von Zahnfleischentzündungen und Parodontitis sein. Langfristig können die Ablagerungen sogar den Organismus und das Immunsystem schwer beeinträchtigen. Aus diesem Grund sollte man Zahnstein beim Hund frühzeitig vorbeugen und behandeln.

Dr. Stefanie Mallmann Dr. Stefanie Mallmann · 7 Min. Lesezeit

Gelblich-braune Ablagerungen, unangenehmer Maulgeruch oder gerötetes Zahnfleisch können auf Zahnstein beim Hund hinweisen. Dabei handelt es sich nicht nur um ein kosmetisches Problem: Unbehandelte Zahnbeläge können Erkrankungen des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates begünstigen.

Doch wie entsteht Zahnstein beim Hund? Welche Folgen kann er haben und wie lässt er sich entfernen? In diesem Ratgeber erfahren Sie, warum eine regelmäßige Zahnpflege wichtig ist und wie Sie der Entstehung neuer Beläge vorbeugen können.

Was ist Zahnstein beim Hund?

Zahnstein ist eine feste, meist gelbliche bis bräunliche Ablagerung auf den Zähnen. Er haftet fest an der Zahnoberfläche und lässt sich – anders als weicher Zahnbelag – nicht einfach mit einer Zahnbürste entfernen.

Zahnstein entsteht, wenn sich Mineralstoffe aus dem Speichel in weiche Zahnbeläge einlagern und diese zunehmend verhärten. In der Fachsprache wird Zahnstein auch als „Calculus“ bezeichnet.

Besonders häufig findet er sich:

  • am Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch
  • auf den Außenseiten der Backenzähne
  • an den Fangzähnen
  • in Bereichen nahe den Ausführungsgängen der Speicheldrüsen

Wie entsteht Zahnstein beim Hund?

Auf den Zähnen bildet sich fortlaufend ein weicher Biofilm, der als Plaque bezeichnet wird. Er besteht unter anderem aus Speichelbestandteilen, Bakterien und Futterresten.

Wird die Plaque nicht regelmäßig entfernt, lagern sich Mineralstoffe aus dem Speichel darin ein. Der zunächst weiche Belag verhärtet und entwickelt sich zu Zahnstein. An seiner rauen Oberfläche kann neue Plaque besonders gut haften. Dadurch können sich die Ablagerungen immer weiter ausbreiten.

Ohne Plaque kann kein Zahnstein entstehen. Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung besteht deshalb darin, den weichen Zahnbelag regelmäßig zu entfernen.

Woran erkennt man Zahnstein beim Hund?

Zahnstein ist häufig bereits mit bloßem Auge zu erkennen. Typische Anzeichen sind:

  • gelbliche oder bräunliche Ablagerungen auf den Zähnen
  • unangenehmer Maulgeruch
  • gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch
  • Zahnfleischbluten
  • vermehrtes Speicheln
  • vorsichtiges oder einseitiges Kauen
  • Schwierigkeiten bei der Futteraufnahme
  • Berührungsempfindlichkeit im Maulbereich
  • lockere oder fehlende Zähne

Nicht jeder Hund zeigt deutliche Schmerzen. Lassen Sie Zähne und Zahnfleisch deshalb regelmäßig tierärztlich kontrollieren – auch wenn Ihr Hund scheinbar normal frisst.

Welche Folgen kann Zahnstein beim Hund haben?

Zahnstein ist nicht nur eine optische oder hygienische Beeinträchtigung. Auf seiner rauen Oberfläche können sich weitere Beläge und Bakterien ansammeln. Diese können das Zahnfleisch reizen und eine Zahnfleischentzündung, die sogenannte Gingivitis, begünstigen.

Breitet sich die Entzündung unter den Zahnfleischrand aus, kann sich daraus eine Parodontitis entwickeln. Diese betrifft den Zahnhalteapparat, zu dem unter anderem Zahnfleisch, Wurzelhaut und Kieferknochen gehören.

Eine fortgeschrittene Parodontitis kann folgende Folgen haben:

  • Schmerzen beim Kauen
  • Rückgang des Zahnfleisches
  • Bildung tiefer Zahnfleischtaschen
  • Abbau des Kieferknochens
  • Lockerung und Verlust von Zähnen
  • Entzündungen und Abszesse

Erkrankungen des Zahnhalteapparates können für Hunde sehr schmerzhaft sein und ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Zudem werden Zusammenhänge zwischen einer ausgeprägten Parodontitis und gesundheitlichen Belastungen anderer Organsysteme untersucht. Eine konkrete Folgeerkrankung lässt sich im Einzelfall jedoch nicht allein aus vorhandenem Zahnstein ableiten.

Wie lässt sich Zahnstein beim Hund entfernen?

Hat sich der Zahnbelag bereits zu festem Zahnstein entwickelt, lässt er sich durch normales Zähneputzen nicht mehr zuverlässig entfernen. Eine bestehende Zahnerkrankung sollte deshalb tierärztlich untersucht werden.

Bei einer professionellen Zahnbehandlung werden die Zähne unter Narkose gründlich untersucht. Plaque und Zahnstein lassen sich dabei sowohl oberhalb als auch unterhalb des Zahnfleischrandes entfernen. Abhängig vom Befund können außerdem Dentalröntgenaufnahmen und weitere Behandlungen erforderlich sein. Anschließend werden die gereinigten Zahnoberflächen poliert. Dadurch entsteht eine glattere Oberfläche, an der neue Beläge schlechter haften können.

Wie häufig eine professionelle Zahnbehandlung notwendig ist, hängt vom individuellen Zustand des Gebisses ab. Die Entscheidung sollte gemeinsam mit der behandelnden Tierärztin oder dem behandelnden Tierarzt getroffen werden.

Wie kann man Zahnstein beim Hund vorbeugen?

Die wirksamste Vorbeugung beginnt bei der Plaque. Solange der Zahnbelag noch weich ist, kann er durch mechanische Reinigung entfernt werden.

Regelmäßiges Zähneputzen

Das regelmäßige Putzen der Hundezähne gilt als besonders wirksame häusliche Maßnahme gegen Plaque. Idealerweise werden die Zähne täglich gereinigt. Ist das anfangs nicht möglich, sollte der Hund langsam und mit positiver Verstärkung an die Zahnpflege gewöhnt werden. Regelmäßiges Zähneputzen kann die Bildung von Plaque und Zahnstein verringern und das Fortschreiten von Erkrankungen des Zahnhalteapparates begrenzen.

Gehen Sie dabei schrittweise vor:

  1. Gewöhnen Sie Ihren Hund zunächst daran, dass Sie seine Lefzen und Zähne berühren.
  2. Lassen Sie ihn eine kleine Menge Hundezahnpasta kennenlernen.
  3. Beginnen Sie mit wenigen Zähnen und kurzen Pflegeeinheiten.
  4. Verlängern Sie die Dauer langsam.
  5. Belohnen Sie ruhiges Verhalten unmittelbar nach der Zahnpflege.

Üben Sie keinen starken Druck aus. Ist das Zahnfleisch entzündet, blutet es oder zeigt Ihr Hund Schmerzen, sollte das Gebiss vor dem weiteren Zähneputzen tierärztlich untersucht werden.

Keine Zahnpasta für Menschen verwenden

Verwenden Sie für Hunde ausschließlich eine speziell entwickelte Hundezahnpasta. Zahnpasta für Menschen ist nicht zum Abschlucken vorgesehen und kann Inhaltsstoffe enthalten, die für Hunde ungeeignet oder gesundheitsschädlich sind.

Besonders gefährlich ist Xylit – auch Xylitol oder Birkenzucker genannt. Dieser Süßstoff ist für Hunde giftig. Prüfen Sie deshalb die Inhaltsstoffe und bewahren Sie xylithaltige Produkte außerhalb der Reichweite Ihres Hundes auf.

Zahnpflege mit LILADENT ZAHNCREME und ZAHNFINGERLING

Die LILADENT ZAHNCREME von LILA LOVES IT wurde speziell für die Zahnpflege bei Hunden entwickelt. Die enthaltene Kieselsäure unterstützt die mechanische Reinigung der Zahnoberflächen. Pflanzliche Enzyme ergänzen die Rezeptur, während Kokosöl und Kurkuma zur Pflege des Maulbereichs beitragen.

In Kombination mit dem LILA LOVES IT ZAHNFINGERLING lässt sich die Zahncreme gezielt auf den Zähnen verteilen. Der Fingerling erleichtert die mechanische Entfernung weicher Beläge und ermöglicht eine behutsame Reinigung.

Wichtig ist die regelmäßige Anwendung: Bereits bestehender, fest anhaftender Zahnstein lässt sich auch mit Zahnpflegeprodukten nicht zuverlässig zu Hause entfernen. In diesem Fall ist eine tierärztliche Untersuchung erforderlich.

Häufige Fragen zu Zahnstein beim Hund

Kann man Zahnstein beim Hund selbst entfernen?

Fest anhaftender Zahnstein sollte nicht mit scharfen Instrumenten zu Hause abgekratzt werden. Dabei können der Zahnschmelz und das Zahnfleisch verletzt werden. Zudem bleiben Erkrankungen unter dem Zahnfleischrand unentdeckt. Lassen Sie bestehenden Zahnstein deshalb tierärztlich beurteilen.

Kann Zahnstein beim Hund durch Zähneputzen verschwinden?

Zähneputzen entfernt vor allem weiche Plaque. Bereits mineralisierter Zahnstein lässt sich damit in der Regel nicht mehr beseitigen. Regelmäßiges Putzen hilft jedoch, der Entstehung neuer Ablagerungen vorzubeugen.

Wie oft sollte man einem Hund die Zähne putzen?

Das tägliche Zähneputzen bietet den wirksamsten Schutz vor Plaque. Es ist effektiver als gelegentliche Reinigung. Beginnen Sie langsam und gestalten Sie die Zahnpflege so angenehm wie möglich.

Wann sollte ein Hund tierärztlich untersucht werden?

Eine zeitnahe Untersuchung ist ratsam, wenn Sie starken Maulgeruch, gerötetes oder blutendes Zahnfleisch, Schmerzen, Schwierigkeiten beim Fressen, lockere Zähne, Schwellungen oder eitrigen Ausfluss feststellen.

Fazit: Regelmäßige Zahnpflege beugt Zahnstein vor

Zahnstein entsteht, wenn sich Mineralstoffe aus dem Speichel in weiche Plaque einlagern und diese verhärten. Bleiben die Ablagerungen unbehandelt, können sie Zahnfleischentzündungen und eine schmerzhafte Parodontitis begünstigen.

Bereits vorhandener Zahnstein sollte tierärztlich beurteilt und bei Bedarf professionell entfernt werden. Regelmäßiges Zähneputzen mit einer für Hunde geeigneten Zahncreme hilft anschließend, weiche Beläge zu reduzieren und der erneuten Zahnsteinbildung vorzubeugen. So unterstützen Sie langfristig die Maulgesundheit und das Wohlbefinden Ihres Hundes.